B2 Stammzell-Signaltransduktionswege: Ihre Rolle beim autonomen Wachstum von Brusttumorzellen und der Kommunikation mit normalen Zellen im Tumorgewebe

Brusttumoren weisen eine komplexe zelluläre Hierarchie auf, die sich durch eine heterogene Zusammensetzung und Interaktion zwischen Krebszellen und normalen Zellen manifestiert. Das Tumorstroma besteht aus Endothelzellen, Fibroblasten und Makrophagen und beeinflusst durch die Veränderung von extrazellulärer Matrix, die Sekretion von Wachstumsfaktoren und Zytokinen sowie durch die Versorgung mit Nährstoffen und Sauerstoff das Wachstums- und Progressionsverhalten der Tumorzellen. Viele Tumoren enthalten Subpopulationen von Tumorstammzellen, die in der Lage sind nach der Transplantation einen Tumor zu bilden. Die Tumorstammzellen besitzen ähnliche Merkmale wie normale gewebespezifische Stammzellen, d. h. sie können sich selbst erneuern und diverse Progenitorzellen unterschiedlicher Differenzierungsstufen hervorbringen, welche die Tumormasse aufrechterhält. Zusätzlich sind die Tumorstammzellen besonders widerstandsfähig gegenüber der herkömmlichen Chemo- und Strahlentherapie, welche besonders sich schnell teilende Zellen angreift. Die molekularen Signalwege, die den Tumorstammzell-Eigenschaften zugrunde liegen, sind noch weitgehend unbekannt. Die Wnt/β-catenin, Notch, Hedgehog und Jak2/Stat Signalwege repräsentieren jedoch wahrscheinliche Kandidaten. Wir untersuchen die Rolle dieser Signalwege durch genetische Manipulation von Tumorstammzellen. Die Auswirkung dieser Manipulationen wird dann in einem syngenen Mausmodell auf die Tumorentstehung und -progression sowie die Erhaltung des Tumors und die Metastasebildung erforscht. Die Ergebnisse werden prinzipielle Einsichten in die Rolle von Tumorstammzellen beim Brustkrebs, den Mechanismen ihrer Selbsterneuerung und Kommunikation mit umgebenden Zellen ermöglichen, und zur Identifikation von potentiellen Wirkstoffzielen beitragen.

Vida Vafaizadeh
Georg Speyer Haus, Institut für Biomedizinische Forschung, Frankfurt am Main
+49 069 63395-180
v.vafaizadeh@med.uni-frankfurt.de

Petra Bernardi
Georg Speyer Haus, Institut für Biomedizinische Forschung, Frankfurt am Main
+49 069 63395-180
Bernardi@med.uni-frankfurt.de

Stefanie Dimmeler
Medizinische Klinik III, Institut für Kardiovaskuläre Regeneration, Goethe-Universität Frankfurt am Main
+49 69 6301-5158
Dimmeler@em.uni-frankfurt.de

Bernd Groner
Georg Speyer Haus, Institut für Biomedizinische Forschung, Frankfurt am Main
+49 069 63395-180
Groner@em.uni-frankfurt.de
Homepage Georg Speyer Haus

Erstellt von: S.Watson, erstellt am: 13.01.2011, zuletzt geändert: 05.09.2011