B6 Regulation der Stammzellnische im Knochenmark durch microRNAs: Bedeutung für die physiologische und maligne Hämatopoiesie

Die Persistenz von “leukemia-initiating” (L-ICs) und Therapie-resistenten “leukemia-maintaining cells” (L-MCs) verhindert die komplette Auslöschung der malignen Erkrankung. Verschiedene Untersuchungen geben Hinweise auf die Bedeutung von molekularen Signalen aus der Knochenmarkstammzellnische für die normale Hämatopoiese sowie für die Initiation oder Aufrechterhaltung von Leukämie. Die Stammzellnische im Knochenmark besteht aus mehren Zelltypen, unter anderem Osteoblasten, Stromazellen und Endothelzellen. Bisher wurden zwei Stammzellnischen im Knochenmark beschrieben, die vaskuläre und die endosteale Nische. Die Bedeutung von microRNAs (miRs) für die Funktion der Stammzellnische in der normalen and malignen Hämatopoiese ist unklar. MiRs gehören zur Klasse der nicht-kodierenden Ribonukleinsäuren und regulieren die Genexpression. Sie bestehen aus kurzen Ribonukleinsäuren (20 bis 23 Nukleotide) und spielen eine zentrale Rolle in der Entwicklung. Außerdem sind spezifische miRs in maligner Hämatopoiese, in verschiedenen Tumoren und Tumorangiogenese involviert. miRs werden durch die Typ III RNasen Dicer und Drosha prozessiert und binden im Gegensatz zu siRNAs durch inkomplette Bindung an die Zielsequenz und induzieren dadurch eine Degradation der mRNA oder einen Block der Translation. Eigene Vorarbeiten und publizierte Studien zeigen, dass miRs die Freisetzung von parakrinen Faktoren regulieren. Im Rahmen des vorliegenden Antrags soll daher geklärt werden, ob in der Stammzellnische exprimierte miRs die physiologische und maligne Hämatopoiese (L-ICs und/oder L-MCs) beeinflussen.

Tjwa

Dr. Marc Tjwa, MD PhD
Young Group Leader
Laboratory of Vascular Hematology / Angiogenesis, Institute for Transfusion Medicine, DRK Blutspendedienst B-W-Hessen GmbH
Goethe Universität Frankfurt
+49-69-6782-268
Tjwa@med.uni-frankfurt.de
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