Staatsministerin Kühne-Hörmann stellt Forschungsneubau Pädiatrisches Zentrum für Stammzelltransplantation und Zelltherapie an der Universitätsklinik Frankfurt vor
Projekt für rund 21 Millionen Euro wird durch Bund, Land und Spende von Johanna Quandt finanziert
[21.11.2011] Auf dem Campus Niederrad der Goethe-Universität Frankfurt am Main soll bis 2015 für rund 21 Millionen Euro ein Neubau entstehen, der die Infrastruktur für die erfolgreiche Frankfurter Forschung auf dem Gebiet der Stammzelltransplantation und Zelltherapie für Kinder und Jugendliche bietet. Mit der Empfehlung des Forschungsbaus durch die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) – sie behandelt alle Bund und Länder gemeinsam berührenden Fragen der Forschungsförderung, der wissenschafts- und forschungspolitischen Strategien und des Wissenschaftssystems – ist die Mitfinanzierung durch den Bund gesichert. Bund und Land tragen jeweils 7,6 Millionen Euro bei; die Landesmittel kommen aus dem Hochschulbauprogramm HEUREKA. Die Einrichtung der klinischen Transplantationsbetten wird durch eine Spende in Höhe von 5,7 Millionen Euro durch Johanna Quandt finanziert.
Die Kinderklinik bekommt damit ein neues Gebäude mit rund 1.700 Quadratmetern Nutzfläche, in dem experimentelle Forschungslaboratorien und klinische Studieneinheiten gemeinsam untergebracht sind. Die entsprechend eingerichtete Bettenstation zur Krankenversorgung ermöglicht, dass mit zellulärer Therapie auch regelmäßig Patienten behandelt werden können.
„Der Neubau des Pädiatrischen Zentrums für Stammzelltransplantation und Zelltherapie ist bereits der vierte vom Bund mitfinanzierte Forschungsbau der Goethe-Universität. Die Förderempfehlung der GWK ist mithin ein weiterer Beleg für die exzellente Forschung der Hochschule“, sagte Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann bei der Vorstellung des Projekts heute in Frankfurt. Gleichzeitig dankte sie Johanna Quandt für deren großzügige Spende. Die Ministerin und die Vertreter der Universität und des Klinikums würdigten die Zusage als großes und vorbildliches bürgerschaftliches Engagement. „Ich bin fest davon überzeugt, dass dieser Neubau einen großen Entwicklungsschritt in der Behandlung und Heilung von Kindern und Jugendlichen, die an Krebs erkrankt sind, bedeutet“, sagte Kühne-Hörmann.
„Die onkologische Forschung und Therapie ist ein traditioneller Schwerpunkt der Goethe-Universität und wird von verschiedenen Fachbereichen interdisziplinär und erfolgreich getragen“, betonte Universitätsvizepräsident Prof. Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz. „Durch bürgerschaftliches Engagement sowie die großzügige Unterstützung von Bund und Land können wir unsere Expertise in diesem Bereich nun sinnvoll weiter ausbauen. Dafür danke ich im Namen der Universitätsleitung allen Beteiligten!“
„In dem Pädiatrischen Zentrum für Stammzelltransplantation und Zelltherapie sollen innovative experimentelle Stammzell-transplantations- und Zelltherapien für Kinder und Jugendliche entwickelt und angewendet werden. Frankfurt ist ein bundesweites Referenzzentrum in der haploidentischen Stammzelltransplantation, bei der Eltern für ihre Kinder als Stammzellspender eingesetzt werden können, und liegt auch international an der Spitze der Forschung“, sagte Prof. Dr. Thomas Klingebiel, Prodekan des Fachbereichs Medizin und Direktor der Klinik II/III am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin.
„Wir sind glücklich, dass die Förderung eines so wichtigen Forschungsvorhabens zum Wohle schwerstkranker Kinder und Jugendlicher von Bund, Land und privaten Stiftern zur Verfügung gestellt wurde. Das ist ein großes Zeichen der Anerkennung für unsere wissenschaftlichen Anstrengungen. Wir freuen uns, dass demnächst auch baulich ein herausragendes Zentrum vorhanden ist, in dem dringend nötige Forschung zur Behandlungsverbesserung stattfinden kann“, hob Prof. Dr. Thomas Vogl, stellvertretender Ärztlicher Direktor des Klinikums, hervor.
Die beiden Antragsteller des Forschungsbaus – Prof. Klingebiel und der Leiter des Schwerpunkts Stammzelltransplantation und Immunologie, Prof. Dr. Peter Bader – sind als Wissenschaftler auch an dem LOEWE-Zentrum „Zell- und Gentherapie“ beteiligt. Dieses Zentrum soll die Entwicklung neuartiger therapeutisch-medizinischer Produkte auf dem Gebiet der Hämatologie, Immunologie und Kardiologie fördern und innovative Therapiekonzepte in die klinische Anwendung bringen. Das von der Goethe-Universität federführend getragene Zentrum wird von 2011 bis 2013 mit rund 16,2 Millionen Euro aus dem Forschungsförderungsprogramm LOEWE des Landes unterstützt. Das LOEWE-Zentrum „Zell- und Gentherapie“ ist darüber hinaus beteiligt an dem durch den Bund geförderten Gesundheitszentrum „Deutsches Konsortium für Translationale Krebsforschung“.
„Das Frankfurter LOEWE-Zentrum für Zell- und Gentherapie erfüllt beispielhaft das Ziel des Landesprogramms, durch Vernetzung verschiedener Wissenschaftsinstitutionen hochkarätige Forschung zu ermöglichen, die zur Lösung wichtiger Zukunftsfragen beiträgt“, sagte Ministerin Kühne-Hörmann. Dadurch werde die Vorreiterrolle Frankfurts in der pädiatrischen Hämatologie und Onkologie gestärkt.
Der Neubau des Pädiatrischen Zentrums für Stammzelltransplantation und Zelltherapie dokumentiert das nach den Worten der Ministerin auf eindrucksvolle Weise. Mit diesem Projekt seien nun insgesamt neun hessische Forschungsbauten mit einem Gesamtvolumen von rund 175 Millionen Euro in der Gemeinschaftsförderung von Bund und Ländern enthalten.
Für weitere Informationen:
PD Dr. med. Jörg Albert
Oberarzt Medizinischen Klinik 1
Klinikum der J.W. Goethe-Universität Frankfurt
Fon (0 69) 63 01 - 45 44
Fax (0 69) 63 01 - 8 76 76
E-Mail J.Albert@med.uni-frankfurt.de
Erstellt von: S. Ohm, erstellt am: 07.11.2011, zuletzt geändert: 20.01.2012







