Leitung:
Frau Dr. med. Christiane Gog M.Sc.
Am UCT besteht für Patienten unserer Stationen und Ambulanzen ein umfangreiches Beratungs- und Betreuungsangebot rund um die Palliativmedizin. Diese Beratung kann bei Diagnosestellung, während der Therapie oder auch im Rahmen der Nachsorge erfolgen. Zudem arbeiten wir eng in einem Netzwerk mit anderen Krankenhäusern und Arztpraxen im Rhein-Main-Gebiet zusammen. Dies ermöglicht eine heimatnahe Begleitung.
Palliativmedizin am UCT
Inhaltsverzeichnis
Palliativmedizinische Beratung und Betreuung im Universitätsklinikum Frankfurt
Die Konzentration auf die persönliche Lebenssituation des einzelnen Patienten mit seinen Zielen, Wünschen, Ängsten und Ressourcen ist uns wichtig, ebenso der Respekt vor der Einzigartigkeit und Autonomie eines jeden Menschen. Wir bemühen uns daher , dass durch einen respektvollen und einfühlsamen Umgang der Mitarbeiter mit Patienten und Angehörigen die Autonomie und Lebensqualität des Patienten bis zum Schluss erhalten werden kann. Sein Leben in Würde abzuschließen bedeutet, die wesentlichen Entscheidungen selbst zu treffen. Dabei wollen wir helfen.
Wie erreichen Sie uns?
Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt
Frau Dr. med. C. Gog M.Sc. in Palliative Care
Palliativmedizin am UCT
Haus 15B, 4. OG, Zi. 443
Fax: 069 / 6301-5091
Palliativstation
Haus 15, Station 15.3
Tel: 069 / 6301-84087
Was ist Palliativmedizin?
Die Palliativmedizin widmet sich der Behandlung und Begleitung von Patienten mit einer nicht heilbaren, weit fortgeschrittenen Erkrankung mit begrenzter Lebenserwartung.
Das Wort Palliativmedizin hat seinen Ursprung im Lateinischen: „pallium“ heißt Mantel, und wie ein Mantel sollen alle Maßnahmen der Palliativmedizin den Schwerkranken schützend umhüllen.
Der palliativmedizinische Ansatz ist von Respekt vor der Würde und Selbstbestimmung des Menschen geprägt. Schwerkranke und Sterbende werden nicht allein gelassen, sondern einfühlsam begleitet, und ihr Leid wird kompetent gelindert. Palliativmedizin stellt somit eine wirkliche Alternative zur aktiven Sterbehilfe dar. Die Palliativmedizin bejaht das Leben und sieht das Sterben als einen natürlichen Prozess. Sie lehnt aktive Sterbehilfe in jeder Form ab.
In der Onkologie hat „palliativ“ zwei sehr unterschiedliche Bedeutungen, die jedoch unterschieden werden können:
Palliative tumorgerichtete Therapie, z. B. palliative Chemotherapie oder Bestrahlung heißt, dass eine zielgerichtete gegen den Tumor gewandte Therapie bei einer Erkrankung eingesetzt wird, die letztendlich nicht mehr vollständig zu heilen ist. Dies bedeutet jedoch keinesfalls, dass dieser Abschnitt einer Therapie mit Leiden und Siechtum einhergehen muss. Moderne Möglichkeiten der onkologischen Therapie bedeuten, dass wir Krebspatienten– zum Teil über viele Jahre und bei guter Lebensqualität – palliativ behandeln können.
Die Palliativmedizin dagegen, beschäftigt sich mit der letzten Lebensphase eines Menschen. Hierbei steht weniger die gegen den Tumor gerichtete Therapie, sondern vielmehr die Linderung von Symptomen und die Ermöglichung eines würdevollen Sterbens im Vordergrund. Auch dabei kann es sinnvoll sein, z.B. eine Strahlen- oder Chemotherapie einzusetzen, wenn dadurch Symptome gelindert werden können.
Welche Aufgaben hat die Palliativmedizin?
Zu den Aufgaben der Palliativmedizin gehören die Linderung von Schmerzen, Luftnot, Übelkeit und Erbrechen, das Stillen von Hunger und Durst. Ebenso wichtig ist das Vermitteln von Geborgenheit und Zuverlässigkeit. Außerdem widmet sich die Palliativmedizin den seelsorgerischen und spirituellen Bedürfnissen des Patienten.
Sterbende Patienten werden somit nicht alleine gelassen, sondern eine scheinbar hoffnungslose Situation kann mit Hoffnung gefüllt werden. Angehörige und enge Freunde, Laienhelfer (wie z. B. in der Hospizbewegung) und speziell ausgebildete Schwestern, Ärzte, Psychologen und Seelsorger können den Schwerkranken begleiten.
Die Diagnose Krebs ist für die Betroffenen eine großer Einschnitt, der das Vertrauen in das bisher so selbstverständliche Funktionieren des Körpers und das seelische Gleichgewicht erschüttert. Sofort nach der Mitteilung der Diagnose, bei Rückfällen oder bei neu aufgetretenen Metastasen stellen sich Patienten Fragen wie wie "Muss ich jetzt sterben?", "Wie werde ich sterben?", "Werde ich Schmerzen haben?", "Werde ich ein Pflegefall?". Bei vielen dieser Fragen kann ein frühes Gespräch mit einem Palliativmediziner helfen.
Wir wissen also, dass viele Fragen um die Palliativmedizin schon vor einer Aufnahme auf einer Palliativstation entstehen. Oft traut sich der Patient nicht diese Fragen zu stellen, weil er Angst vor Antworten hat, weil er den Arzt oder die Pflegekraft schonen möchte oder weil sich ganz einfach keine Zeit und Ruhe dafür findet.
Wenn eine Tumorerkrankung weiter fortschreitet, so ist es für Patienten, Angehörige aber auch für Ärzte und Pflegekräfte nicht immer einfach zu entscheiden, wo die onkologische Therapie endet und die Palliativmedizin anfängt.
Manchmal gibt es auch Lebenssituationen, die einen Zeitgewinn auch bei stärkeren Nebenwirkungen sinnvoll machen: z.B. wenn man kleine Kinder hat, für die man möglichst lange da sein möchte, oder wenn man ein besonderes Ereignis, wie die Geburt des Enkelkindes noch unbedingt erleben möchte. Alle diese Entscheidungen müssen sehr individuell getroffen, mit dem Behandlungsteam besprochen und immer wieder überprüft werden. Auch dabei können Mitarbeiter der Palliativmedizin eine wertvolle Begleitung und Unterstützung sein.
Manchmal wird man sich gemeinsam entscheiden, eine nebenwirkungsreiche Therapie nicht mehr durchzuführen. Wichtig ist vor allem, dass diese Entscheidung GEMEINSAM getroffen wird, als Ergebnis von Gesprächen, die den Patienten in die Lage versetzen, mit zu entscheiden. Wichtig ist hier auch, dass jeder Patient ein ganz eigenes Verständnis darüber hat, welche Einschränkungen und Nebenwirkungen er in welcher Situation in Kauf nehmen möchte. Wenn diese Entscheidung getroffen ist, bedeutet das, dass wir gemeinsam akzeptieren, dass der Tumor weiter wächst.
Lebensqualität in der Palliativmedizin
Fragt man Gesunde, was sie als Lebensqualität empfinden, so fällt es den meisten Menschen schwer, eine umfassende Antwort zu geben. Jeder kann viele ihm wichtige Punkte nennen. Lebensqualität in der palliativen Krankheitssituation erscheint vielen Patienten als etwas Paradoxes, Unmögliches. Trotz der Bedrohlichkeit der Diagnose schildern Krebspatienten jedoch, dass sich ihnen die Möglichkeit eröffnet, mit ihrem Leben neu und bewusster umzugehen. So kann dem Leben neue Qualität gegeben werden.
Dabei gibt es kein einheitliches Rezept. Es gehört auf Seiten des Patienten und seiner Angehörigen Mut dazu, die Lebensqualität als das Wesentliche in den Vordergrund zu stellen. Der Betroffene braucht eine Menge Mut und Kraft, sich neue Ziele zu setzen und auch Teilerfolge auf dem Weg anzuerkennen.
Ethik-Komitee
Bei der Klärung palliativmedizinisch-ethischer Fragen kann sich jeder jederzeit, sowohl als Patient, Angehöriger oder Mitarbeiter des Klinikums an das Ethik-Komitee wenden. Es handelt sich hier um ein interdisziplinäres Gremium, dass sich mit den im klinischen Alltag anfallenden medizinethischen Fragestellungen auseinandersetzt: Therapiebegrenzung, Aufklärung, Einwilligung oder Patientenverfügungen. Sie erreichen das Ethik-Komitee unter: 069 / 6301-83617.
Links
- Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin e.V.
Die 1994 gegründete Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) steht für die interdisziplinäre und multiprofessionelle Vernetzung aller in der Palliativmedizin Tätigen: Knapp 60 Prozent der DGP-Mitglieder kommen aus der Medizin, fast 30 Prozent aus der Pflege und insgesamt über zehn Prozent aus weiteren in der Palliativversorgung tätigen Berufsgruppen. Anliegen der wissenschaftlichen Fachgesellschaft ist es, die Fortentwicklung der Palliativmedizin interdisziplinär und berufsgruppenübergreifend auf allen Ebenen zu fördern. - LandesArbeitsgemeinschaft Palliativversorgung Hessen
Die LandesArbeitsgemeinschaft Palliativversorung Hessen ist die Landesvertretung der Fachgesellschaft Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin. Sie koordiniert die Umsetzung der Ziele der DGP in Hessen. - Alpha-Stellen in Nordrhein-Westfalen
ALPHA ist die Ansprechstelle im Land NRW zur Pflege Sterbender, Hospizarbeit und Angehörigenbegleitung.
Erstellt von: Hellenbrecht, erstellt am: 29.09.2008, zuletzt geändert: 04.04.2012






