Mit dem WISER Award wird die Nachwuchswissenschaftlerin für ihr kollaboratives Forschungsprojekt mit Prof. Kavi Devraj, Birla Institute of Technology in Pilani, Indien ausgezeichnet. Das gemeinsame Projekt von Hau und Devraj adressiert eine zentrale Limitierung aktueller patientenabgeleiteter Glioblastom-Organoidmodelle: Den Modellen fehlt bislang die Komponente der Vaskularisierung und damit ein wesentlicher Bestandteil des Tumormikromilieus. Um diese Lücke zu schließen, sollen die Organoide mit einem durchlässigen Blut-Hirn-Schranken (BHS)-Modell kombiniert werden. Auf diese Weise kann das präklinische Organoid-Modell um einen zentralen Bestandteil ergänzt werden, wodurch es deutlich realistischer wird und an translationaler Relevanz gewinnt. Mit diesem kombinierten Modell erzielte Ergebnisse versprechen eine deutlich höhere Übertragbarkeit in die klinische Anwendung als bisherige präklinische Modelle in der Hirntumorforschung. Die Zusammenarbeit ist Teil der laufenden Aktivitäten der translationalen Neuroonkologie-Arbeitsgruppe an der Goethe-Universität Frankfurt, an der Forschende aus der Universitätsmedizin Frankfurt, dem Dr. Senckenbergischen Institut für Neuroonkologie sowie dem Edinger-Institut (Institut für Neurologie) beteiligt sind.
Der WISER Award wurde Ann-Christin Hau von R. Madhan, Direktor des Indo-German Science and Technoloy Centre (IGSTC) überreicht. Die Auszeichnung ist eine gemeinsame Initiative des Indo-German Science and Technoloy Centre (IGSTC), das herausragende Wissenschaftlerinnen aus Indien und Deutschland fördert. Ziel ist es, die Beteiligung von Frauen in bilateralen Forschungs- und Entwicklungsprojekten zu stärken und ihre wissenschaftliche Karriere nachhaltig zu unterstützen.
Im kommenden Jahr wird Ann-Christin Hau nach Indien reisen, um den Technologietransfer und die Angleichung experimenteller Verfahren vor Ort zu unterstützen und damit die indisch-deutsche Forschungspartnerschaft weiter zu stärken.
Das IGSTC wurde vom Department of Science & Technology (DST) der indischen Regierung und dem deutschen Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR, vormals: BMBF) gegründet, um die indisch-deutsche Zusammenarbeit im Bereich Wissenschaft und Technologie durch intensiven Austausch zwischen Forschenden beider Länder zu fördern.



