Am 27. Mai 2026 versammelte sich der Frankfurter Forschungsnachwuchs im Gästehaus Frauenlobstraße der Goethe-Universität. Mentees, Fellows, Alumni, Referentinnen, Koordinatorinnen und Sprecherinnen des FIT-Mentoring-Programms der Universitätsmedizin Frankfurt kamen dort zum fünften Sommer-Netzwerktreffen zusammen. Im Mittelpunkt stand der Austausch über wissenschaftliche Karrierewege in Klinik und Forschung.
Die Mentees und Fellows, die über verschiedene Nachwuchsförderprogramme der Universitätsmedizin Frankfurt in das FIT-Mentoring eingebunden sind, nutzten den Nachmittag für den fachlichen Austausch über Programmlinien und Disziplinen hinweg. Das Treffen bot Gelegenheit, die Arbeit anderer Geförderter kennenzulernen, mögliche Kooperationen auszuloten und eigene Forschungsvorhaben in einen größeren Zusammenhang einzuordnen. Thematisch rückten dabei vor allem die Bedeutung von Mentoring, individuellen Karrierewegen und strategischen Zielen in der medizinischen Forschung in den Vordergrund.
Prof. Dr. Miriam Rüsseler, akademische Gleichstellungsbeauftragte und Sprecherin des FIT-Mentoring-Programms, begrüßte die Teilnehmenden auch im Namen des Dekans des Fachbereichs Medizin, Prof. Dr. Stefan Zeuzem, und des Prodekans, Prof. Dr. Marcel A. Verhoff. In ihrer Einführung hob sie die Bedeutung verlässlicher Mentoring-Strukturen für wissenschaftliche Karrierewege in der Universitätsmedizin hervor. Dabei ordnete sie auch die Entwicklung des Programms ein: 2018 von Prof. Dr. Evelyn Ullrich als Frauenförderprogramm gegründet, wurde das FIT-Mentoring 2022 für Early Career Researchers aller Geschlechter aus den Clinician- und Medical-Scientist-Programmen geöffnet. Zugleich bleibt die Förderung von Frauen in Führungspositionen ein wichtiger Bestandteil des Programms: Formate wie die Ladies*Lunches und der Female Career Track behalten vor diesem Hintergrund besondere Relevanz – auch mit Blick auf die weiterhin geringe Repräsentanz von Frauen in klinischen Führungspositionen, die der Deutsche Ärztinnenbund für die deutsche Universitätsmedizin dokumentiert. Die Moderation des weiteren Nachmittags übernahm Dr. Anjali Cremer, Co-Sprecherin des FIT-Mentoring-Programms und ehemalige Mentee.
Den fachlichen Höhepunkt des Nachmittags setzte Prof. Dr. Isabelle Bekeredjian-Ding, Direktorin des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene an der Philipps-Universität Marburg. In ihrer Keynote „Microbiology and Infectious Disease Research from Yesterday’s Traditions to Today’s Lifestyles“ verband sie Einblicke in die Mikrobiologie und Infektionsforschung mit den Stationen ihres eigenen internationalen wissenschaftlichen und klinischen Weges. Dabei wurde deutlich, dass eine akademische Laufbahn nicht nur von Forschungsthemen und Karriereschritten geprägt ist, sondern auch von persönlichen Entscheidungen und der Vereinbarkeit verschiedener Rollen – als Wissenschaftlerin, Ärztin und Mutter.
Im darauffolgenden Input durch den Research Support der Goethe-Universität vermittelte Forschungsreferentin Dr. Bettina Heiss den Anwesenden zentrale Informationen rund um das Thema Drittmittelförderung. Dabei ging sie insbesondere auf die Fördermöglichkeiten, Antragsstrategien und Unterstützungsangebote der Goethe-Universität ein. Auch die Forschungsinfrastruktur der Universitätsmedizin Frankfurt rückte in den Blick: Dr. Daniel Brucker und Dr. Kristina Götze stellten die interdisziplinäre Biomaterial- und Datenbank Frankfurt (iBDF) sowie die Biobank des Universitären Centrums für Tumorerkrankungen (UCT) Frankfurt als zentrale Ressource für wissenschaftliche Projekte mit qualitätsgesicherten Bioproben und annotierten Daten vor.
Zum Abschluss der inhaltlichen Beiträge stellte Dr. Tanja Buhlmann die Sci-SheLeads Initiative vor, ein von ihr entwickeltes Format für Frauen in wissenschaftlichen Leitungsrollen. Die Initiative schafft einen kollegialen Raum, in dem Gruppenleitungen und Wissenschaftlerinnen mit Führungsverantwortung regelmäßig über Fragen guter Leitung, eigene Rollenbilder und konkrete Herausforderungen im akademischen Alltag sprechen können. Als letzter Programmpunkt vor dem Speed Meeting zeigte der Beitrag damit, wie wichtig neben formellen Mentoring-Strukturen auch selbstorganisierte Netzwerke sind, in denen Führungserfahrungen gemeinsam reflektiert und weiterentwickelt werden.
Zuletzt brachte das Speed Meeting noch einmal Dynamik in das Programm. In wechselnden Gesprächsrunden tauschten sich die Fellows, Alumni und Mentorinnen und Mentoren über aktuelle Projekte, offene Fragen und mögliche nächste Schritte in Forschung und Karriereplanung aus. Vorbereitete Impulse lenkten den Blick dabei auch auf künftige Forschungsvorhaben, eigene Ziele sowie mögliche Unterstützungsbedarfe für den weiteren wissenschaftlichen Weg.
Beim anschließenden Networking Dinner setzte sich der Austausch in gelöster Atmosphäre fort. Goethes Satz „Der Mensch ist dem Menschen das Interessanteste“ passte gut zu einem Nachmittag, an dem neben fachlichen Impulsen vor allem der persönliche Austausch im Mittelpunkt stand.
Seit seiner Gründung ist das FIT-Mentoring-Programm deutlich gewachsen: 2026 gehören dem breit gefächerten Netzwerk wissenschaftlicher Expertise mehr als 100 Fellows aus verschiedenen medizinischen Fachrichtungen und naturwissenschaftlichen Forschungsbereichen an. Neben Clinician Scientists und Medical Scientists sind inzwischen auch erste Alumni Teil des FIT-Mentoring-Netzwerks. Zum FIT-Netzwerk zählen die Frankfurter Fellows des Mildred-Scheel-Nachwuchszentrums (MSNZ) Frankfurt-Marburg, des INDEEP- und INITIALISE-Programms, der verschiedenen Förderlinien der Frankfurter Forschungsförderung sowie die über Gleichstellungsmaßnahmen des Fachbereichs Medizin geförderten Fellows.
Prof. Dr. Miriam Rüsseler und das FIT-Team blicken bereits auf die kommenden Workshops und Netzwerkveranstaltungen des Programms, in denen der Austausch innerhalb des Frankfurter Forschungsnachwuchses weitergeführt werden soll. Ihr Dank gilt dem Koordinationsteam für die Organisation des Sommer-Netzwerktreffens und den Mentoren, die das FIT-Mentoring-Programm mit ihrem Engagement begleiten und die Fellows auf ihrem wissenschaftlichen Weg unterstützen, sowie dem Förderprojekt Dezentrale Alumniarbeit der Goethe-Universität Frankfurt am Main, durch welches die Veranstaltung gefördert wurde.
Text: Viktoria Jenkner & Asmaa Kayani / Redaktion: UCT Frankfurt



