Scheich ist zudem Fellow des durch das BMFTR (vormals BMBF) geförderten Advanced Clinician Scientist Programms INITIALISE (Innovations in Infection Medicine). Die Arbeiten der Arbeitsgruppe werden durch Mittel der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), der Stiftung Deutsche Krebshilfe (DKH) sowie der Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS) unterstützt.
Im Rahmen des durch die Fritz Thyssen Stiftung geförderten Projekts untersucht der Nachwuchsgruppenleiter Sebastian Scheich gemeinsam mit seiner Arbeitsgruppe den Mechanismus von Vorgängen des Proteinabbaus im diffusen großzelligen B-Zell-Lymphom (DLBCL).
Lymphome sind Tumoren, die aus einer Untergruppe der weißen Blutkörperchen, den Lymphozyten, entstehen. Das DLBCL ist eine heterogene Erkrankung und umfasst mehrere Subtypen mit unterschiedlichen biologischen und klinischen Merkmalen, differenziellen Signalweiterleitungsmechanismen und dem Auftreten charakteristischer Mutationen. Durch Veränderungen in Signalwegen fördern solche Mutationen die Tumorentstehung und beeinflussen sowohl Verlauf als auch Therapieerfolg.
In ihrer Forschung untersuchen Dr. Scheich und seine Arbeitsgruppe eine Mutation in einem Enzym, das eine zentrale Rolle im Abbau von Proteinen durch Ubiquitinierung spielt. Das Enzym ist beteiligt an der Bindung von Ubiquitinmolekülen an die Oberfläche von Proteinen, die abgebaut werden sollen. Diese Ubiquitin-Markierung dient dem Proteasom als Signal für den gezielten Proteinabbau. Wird dieser Prozess durch eine bestimmte Mutation verändert, wird ein Protein vermehrt abgebaut, welches normalweise für die Hemmung des Zellwachstums zuständig ist. Somit kommt es in mutierten Zellen zu einem schnelleren und aggressiveren Wachstum. Im Rahmen des Forschungsprojekts wird die Funktion des normalen und des mutierten Enzyms in DLBCL-Zellen verglichen. Ziel ist es, die Veränderungen in Krebszellen mit dieser Mutation zu untersuchen, um anschließend neue Therapieansätze zu entwickeln.
Die Fritz Thyssen Stiftung hat die unmittelbare Förderung der Wissenschaft an wissenschaftlichen Hochschulen und Forschungsstätten zum Zweck und fördert hierbei vornehmlich wissenschaftliche Projekte in den Bereichen Geschichte, Sprache und Kultur, Staat, Wirtschaft und Gesellschaft sowie Medizin. Die Stiftung widmet sich besonders intensiv der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses.



