Der Auslandsaufenthalt von Katharina Wenger-Alakmeh wurde ebenfalls durch eine International Mentoring-Trip-Förderung des Frankfurt Cancer Institute (FCI) unterstützt. Im renommierten Brain Tumor Imaging Laboratory (BTIL) der David Geffen School of Medicine der University of California Los Angeles (UCLA), Los Angeles, USA forschte die Neuroradiologin in enger Zusammenarbeit mit Prof. Benjamin Ellingson – einem international führenden Experten im Bereich der bildgebenden Diagnostik von Hirntumoren. Die Nachwuchswissenschaftlerin blickt auf den intensiven Aufenthalt positiv zurück: „Meine eigene Perspektive als Sektionsleiterin der Translationalen Neurobildgebung am Cooperative Brain Imaging Center Frankfurt wurde durch den intensiven Auslandsaufenthalt maßgeblich bereichert. In meiner Zeit am Brain Tumor Imaging Laboratory konnte die entscheidende Grundlage für zukünftige gemeinsame Projekte gelegt werden.“
Während ihres 12-wöchigen Auslandsaufenthalts widmete sich Katharina Wenger-Alakmeh zwei verschiedenen Projekten. Zum einen untersuchte Wenger-Alakmeh gemeinsam mit Prof. Benjamin Ellingson den Zusammenhang zwischen DOPA-PET-Uptake und der mittels Standard-MRT-Sequenzen ermittelten Tumorwahrscheinlichkeit bei Gliomen unter Berücksichtigung molekularer Subtypen. Ziel war es, den Zusammenhang zwischen metabolischer Aktivität (PET) und Tumorwahrscheinlichkeit (MRT) besser zu verstehen. Basierend auf einer etablierten Methodik zur Tumorwahrscheinlichkeit (Bobholz & LaViolette et al. 2024) konnte gezeigt werden, dass Tumorzellen auch jenseits des MRT-definierten Randes vorkommen können.
In einem weiteren Projekt widmete sich Wenger-Alakmeh der Evaluation von zwei an der UCLA entwickelten aminsensitiven CEST-MRT-Protokollen bei Gliompatientinnen und -patieten unter Behandlung mit einem hirngängigen pan-mutierten IDH-Inhibitor. Mittels CEST-MRT können verschiedene Metabolite in der Bildgebung sichtbar gemacht und gemessen werden. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit lag auf der Analyse der Amide Proton Transfer (APT)-Signale mittels MTRasym zur Vorhersage von progressionsfreiem Überleben (TTP) und Gesamtüberleben (OS) unter Therapie.
Während ihres Auslandsaufenthalts in den USA hatte die Advanced Clinician Scientist zudem die Möglichkeit, gemeinsam mit dem UCLA-Labor am Jahreskongress der International Society for Magnetic Resonance in Medicine (ISMRM) in Hawaii teilzunehmen, wo sie einen geladenen Vortrag zum neuen WHO-Klassifikationssystem für Hirntumoren hielt. Die ISMRM ist eine wissenschaftliche Fachgesellschaft, die den weltweiten Austausch, die Forschung, Entwicklung und Anwendung magnetresonanztomografischer Techniken in der Medizin und Biologie fördert. Mit rund 6.000 Teilnehmenden aus aller Welt sowie hochkarätigen Fachvorträgen und wissenschaftlichem Austausch auf höchstem Niveau ist die Jahrestagung eine der wichtigsten internationalen Konferenzen auf diesem Gebiet. Wenger-Alakmeh besuchte den ISMRM nicht nur mit ihrem Gastlabor, sondern ebenso mit ihrer Postdoktorandin Seyma Alcicek, die als Medical Scientist in Wenger-Alakmehs Arbeitsgruppe „Translational Neuroimaging“ an der Universitätsmedizin Frankfurt arbeitet und im vergangenen Jahr selbst mit einem MSNZ Short Term Fellowship für ein halbes Jahr an der Hopkins University School of Medicine in Baltimore forschte. Abgerundet wurde das Zusammentreffen mit der Verleihung des renommierten Young Investigator W.S. Moore Awards an Seyma Alcicek für ihre Arbeit zu in vivo Spektroskopie-basierter Analyse diätinduzierter metabolischer Veränderungen bei Gliomen. Die Daten hierfür stammen aus einem Projekt, das Wenger-Alakmeh von Bildgebungsseite 2020 gemeinsam mit neuroonkologischen Partnerinnen und Partnern initiiert hat.
Wenger-Alakmeh nimmt ihren Forschungsaufenthalt im Brain Tumor Imaging Laboratory (BTIL) der University of California Los Angeles (UCLA) als große Bereicherung wahr und freut sich über die Erkenntnisse und Fähigkeiten, die sie nach ihrem Aufenthalt nach Frankfurt zurückbringt. Die intensive Zusammenarbeit mit Prof. Benjamin Ellingson ist bereits über den Aufenthalt hinaus geplant, ebenso wie die Kombination der metabolisch-bildgebenden Expertise von Wenger-Alakmeh und ihrer Arbeitsgruppe in der MR-Spektroskopie mit Ellingsons anerkannter Arbeit im Bereich der CEST-MRT.



