Patienteninformationen zu Krebs und dem Coronavirus SARS-CoV-2 / COVID-19

Sehr geehrte Patienten, liebe Angehörige,

mit Hinblick auf die aktuelle Corona-Pandemie haben wir Ihnen hier einige Informationen speziell für Krebspatientinnen und Krebspatienten zusammengestellt.

Besuchszeiten:

Die Besuchszeiten am Universitätsklinikum Frankfurt sind bis auf Weiteres auf eine Stunde pro Tag, von 17:00 bis 18:00 Uhr, und auf eine Person pro Patient beschränkt. Ausgenommen von dieser Regelung sind als Begleitpersonen definierte Angehörige auf den Stationen der Kinderheilkunde und der Palliativstation. In den Stationen der Medizinischen Klinik 2, Hämatologie/Onkologie sind Besuche derzeit überhaupt nicht gestattet.
Der Zugang ist nur über den Haupteingang der jeweiligen Gebäude möglich, Seiteneingänge sind geschlossen.

Im Krankenhaus Nordwest sind Besuche derzeit überhaupt nicht gestattet. Ausgenommen von dieser Regelung sind Angehörige von Patienten, die aufgrund ihres Gesundheitszustandes (z. B. palliative Situation) besucht werden müssen. Der Zugang ist nur noch über den Haupteingang möglich.

(Ambulante) Krebstherapie:

Geplante medizinische Eingriffe und Behandlungen, für die derzeit keine dringende medizinische Notwendigkeit besteht, dürfen gemäß der aktuellen Verordnung der Landesregierung Hessen bis einschließlich 19. April 2020 nicht mehr durchgeführt werden.

Sofern Sie nicht von uns kontaktiert wurden, finden Ihre Termine, z.B. zur ambulanten Chemotherapie in der UCT Tagesklinik, wie geplant statt. Sollten Sie jedoch Krankheitszeichen haben, setzen Sie sich bitte unbedingt vorher mit der für Sie zuständigen Klinik in Verbindung! Wir arbeiten derzeit mit Hochdruck daran, für diese Fälle eine zentrale UCT-Telefonhotline einzurichten, um Ihre Krebstherapie in dieser besonderen Situation noch besser zu koordinieren.

Bei allgemeinen Fragen zum Coronavirus wenden Sie sich bitte an das Bürgertelefon des Landes Hessen, Tel. 0800 / 5554666, erreichbar täglich von 8:00 bis 20:00 Uhr.

Unterstützende Angebote:

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir Gruppenangebote wie z.B. die Kurse der Sport- und Bewegungstherapie oder der Kunsttherapie sowie ambulante Beratungstermine bis auf Weiteres aussetzen.
Telefonisch sind wir selbstverständlich weiterhin für Sie erreichbar!

Psychoonkologie:
Universitätsklinikum Frankfurt: Tel. 069 / 6301-83787
Krankenhaus Nordwest: Tel. 069 / 7601-4723

Sozialdienst:
Universitätsklinikum Frankfurt: Tel. 069 / 6301-80606
Krankenhaus Nordwest: Tel. 069 / 7601-3218

Sport- und Bewegungstherapie:
Universitätsklinikum Frankfurt: Tel. 069 / 6301-87341
Krankenhaus Nordwest: Tel. 069 / 7601-4522

Kontakt zu weiteren Unterstützenden Angeboten

Das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 wurde im Januar 2020 erstmals beschrieben. Es verursacht die Krankheit COVID-19. COVID-19 steht für Coronavirus Disease 2019 („Coronavirus-Krankheit 2019“). Die häufigsten Krankheitszeichen von COVID-19 sind trockener Husten und Fieber. Bei vielen Personen verläuft die Infektion ohne oder mit geringen Krankheitszeichen, sie kann aber auch zu einer Lungenentzündung führen. Anders als bei einer Virusgrippe kann die Zeit von der Ansteckung bis zu den ersten Krankheitszeichen bis zu 14 Tage betragen. Deshalb gilt nach einer Quarantäne von 14 Tagen, in denen man keine Krankheitszeichen entwickelt, eine Infektion als ausgeschlossen.

Wie stark Krebspatientinnen und -patienten durch COVID-19 gefährdet sind, lässt sich noch nicht abschließend beantworten. Viele Risikofaktoren hängen von der individuellen Krankheits-, Therapie- und Lebenssituation ab. Allerdings lässt sich sagen, dass ein schwerer Krankheitsverlauf wahrscheinlicher ist, wenn die infizierte Person ein geschwächtes Immunsystem hat oder wenn gleichzeitig weitere Infektionen der oberen Atemwege, z.B. durch Bakterien und Pilze, auftreten.

Krebspatienten gehören insbesondere der Risikogruppe an, wenn ihr Immunsystem langanhaltend geschwächt ist durch

  • eine Leukämie oder eine Lymphomerkrankung
  • eine niedrige Zahl weißer Blutkörperchen
  • eine Behandlung mit Kortison, Chemotherapie oder Antikörpern
  • eine Behandlung mit allogener (fremder) Blutstammzelltransplantation.

Darüber hinaus steigern

  • ein Lebensalter > 65 Jahre
  • das Immunsystem schwächende Vorerkrankungen
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Lungenerkrankungen
  • sowie vermutlich das Rauchen

das Risiko, bei einer Infektion mit SARS-CoV-2 schwer zu erkranken.

Allgemeine Verhaltensempfehlungen zum Schutz vor einer Infektion mit dem Coronavirus gelten unabhängig davon, ob man gesund oder krank ist. Besonders wichtig ist die Einhaltung der Händehygiene (Hände waschen und desinfizieren) und des Sicherheitsabstands zu anderen Personen (wenn möglich über 2 Meter) sowie der Verringerung persönlicher sozialer Kontakte auf das absolut Nötigste. Bitten Sie Ihre Angehörigen darum, auf jeden Fall die Schutzmaßnahmen einzuhalten und Sie damit zu unterstützen.

Eine Impfung gegen SARS-CoV-2 oder spezielle Medikamente gibt es bisher nicht. Experten warnen jedoch aktuell vor Falschmeldungen über angeblich schützende Substanzen, die derzeit über die sozialen Netzwerke und im Internet verbreitet werden. Nehmen Sie bitte auf keinen Fall ohne Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel oder pflanzliche Präparate ein – sie können unter Umständen zu Wechselwirkungen mit der Krebstherapie führen.

Bitte begeben Sie sich umgehend in häusliche Quarantäne und bleiben Sie 14 Tage zuhause. Nehmen Sie außerdem bitte Kontakt zu Ihren behandelnden Ärzten auf, um zu klären, ob und wie Ihre Krebstherapie weitergeführt werden kann und wie Sie sich bei Auftreten von Krankheitszeichen verhalten sollten.

Die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie (DGHO) empfiehlt Patienten, eine geplante Krebstherapie nicht zu verschieben: 

  • Bei den meisten akut an Krebs erkrankten Patienten steht der Nutzen einer sinnvollen und geplanten Krebstherapie (Chemo-, Strahlentherapie) über dem Risiko einer möglichen Infektion mit dem Coronavirus. 
  • Patienten mit chronischer und gut beherrschter Krebskrankheit sollten gemeinsam mit ihren behandelnden Ärzten individuell entscheiden, ob die Therapie verschoben werden kann. 
  • Wenn Sie in den kommenden Wochen einen Nachsorgetermin haben, sollten Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt die Dringlichkeit der anstehenden Nachsorge-Untersuchung gegen ein mögliches Infektionsrisiko abwägen.

Auch wenn Grippe- und Pneumokokken-Impfungen nicht vor COVID-19 schützen, können sie schwere Komplikationen wie Lungenentzündungen vermeiden und werden daher für Krebspatientinnen und -patienten mit (durch die Erkrankung oder therapiebedingt) geschwächtem Immunsystem empfohlen. Bitte sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt, ob eine Impfung gegen Grippe oder Pneumokokken für Sie in der aktuellen Situation sinnvoll ist.

Die Grippeimpfung wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) für alle Menschen über 60 Jahren sowie für Angehörige von Risikogruppen empfohlen. Für eine Grippe-Impfung bei Krebspatienten gilt es daher zu berücksichtigen, wie lange die Erkrankung und Behandlung schon zurückliegt und ob das Immunsystem derzeit noch geschwächt ist.

Da Pneumokokken-Impfstoffe in Deutschland derzeit nur sehr eingeschränkt verfügbar sind, empfiehlt das RKI derzeit die Pneumokokken-Impfung für Personen mit besonders hohem Risiko für Pneumokokken-Erkrankungen wie Personen mit Immunschwäche, Senioren ab 70 Jahren und Personen mit chronischen Atemwegserkrankungen.

Derzeit gibt es keinen Hinweis darauf, dass SARS-CoV-2 durch Blut oder Blutbestandteile oder Blutstammzellen übertragbar ist.

Neben der generellen Vorgabe, dass Spenderinnen und Spender nicht spenden dürfen, wenn sie erkrankt sind, gibt es derzeit weitere Vorsichtsmaßnahmen: Menschen mit Kontakt zu an COVID-19 erkrankten Personen dürfen für einen bestimmten Zeitraum weder Blut noch Blutbestandteile spenden. Stammzellspenden werden derzeit einige Tage zwischengelagert, bevor sie dem Empfänger verabreicht werden, damit sie nur dann verwendet werden, wenn beim Spender eine COVID-19-Infektion ausgeschlossen ist.

Der Ärztliche Bereitschaftsdienst (www.116117.de):

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM):

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): 

Krebsinformationsdienst (KID) am DKFZ:

Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie (DGHO):

Robert Koch-Institut (RKI):

     


Sie haben noch Fragen?

Sie haben noch Fragen im Zusammenhang mit COVID-19 und Ihrer Krebstherapie im UCT, konnten hier aber keine Antwort finden? Dann kontaktieren Sie die UCT Patienten-Hotline unter Tel. 069 / 6301-87333 (Mo-Fr, 9-16 Uhr) oder E-Mail: uct-covid19@kgu.de.

Stand: 27. März 2020