Die renommierte AML-BFM-Studiengruppe, eines der weltweit bedeutendsten Netzwerke zur Erforschung akuter myeloischer Leukämien (AML) im Kindes- und Jugendalter, stellt sich neu auf: Die Studienzentrale zieht nach Frankfurt und Prof. Dr. Jan-Henning Klusmann, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsmedizin Frankfurt, übernimmt die Leitung. AML ist eine besonders aggressive Form von Blutkrebs, die sich rasch im Knochenmark ausbreitet und die normale Blutbildung schwer beeinträchtigt. Eine schnelle und präzise Diagnostik sowie eine hochwirksame, eng abgestimmte Therapie sind entscheidend, um die Erkrankung erfolgreich zu behandeln – genau hier setzt die AML-BFM-Studiengruppe mit ihrer seit Jahrzehnten etablierten Forschungs- und Versorgungsstruktur an.
Prof. Dr. Jan-Henning Klusmann wurde am 21. November 2025 auf der Mitgliederversammlung der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH) in Berlin zum neuen Studiengruppenleiter gewählt. Das Kürzel BFM (Berlin–Frankfurt–Münster) verweist auf die Gründungsorte des Verbunds vor rund 50 Jahren, der heute mehr als 60 Standorte in mehreren europäischen Ländern umfasst. Damit übernimmt die Universitätsmedizin Frankfurt künftig die zentrale Koordination der Studien sowie – über das bestehende Speziallabor – die Funktion des Referenzlabors für Diagnostik und Qualitätssicherung unter Leitung von PD Dr. Sabine Hünecke.
Prof. Dr. Klusmann sieht in der Wahl einen wichtigen Impuls für die Weiterentwicklung der AML-Therapie: „Gemeinsam mit unserem Team in Frankfurt und den vielen engagierten Kolleginnen und Kollegen im AML-BFM-Netzwerk werden wir neue, präzisionsorientierte Studien gestalten, die modernste Diagnostik, fundierte Beratung und innovative translationale Forschung verbinden. Unser Ziel ist klar: die Behandlung von Kindern mit AML weiter zu verbessern und ihre Heilungschancen nachhaltig zu steigern.“
Deutliche Fortschritte seit 1978
Die AML-BFM-Studiengruppe entstand 1976 zunächst als Verbund zur ALL-Forschung, also der akuten lymphatischen Leukämie, und erweiterte 1978 ihr Engagement auf die AML. Heute verbindet sie Zentren aus Deutschland, Österreich und weiteren europäischen Ländern. Durch multizentrische Studien sowie hochstandardisierte molekulare und immunologische Analysen trägt das Netzwerk maßgeblich zur kontinuierlichen Verbesserung der Therapie bei.
Seit Beginn der gemeinsamen AML-Forschung 1978 konnten die Behandlungsergebnisse für Kinder und Jugendliche erheblich verbessert werden: Die Langzeitüberlebensrate stieg von rund 40 Prozent auf heute über 70 Prozent. Diese Entwicklung beruht auf optimierten Chemotherapie-Konzepten, besser strukturierten Therapieblöcken, verbesserter Supportivmedizin und Einteilung der Risikogruppen sowie dem Einsatz neuer Medikamente wie Idarubicin und dem HAM-Block. Gleichzeitig sank trotz intensiverer Therapien die behandlungsbedingte Sterblichkeit – ein großer Erfolg der kooperativen Forschung. Zudem zeigte sich, dass Stammzelltransplantationen bei vielen Patientinnen und Patienten der alleinigen Chemotherapie nicht überlegen sind.
Zukünftige Studien sollen die Überlebenschancen weiter steigern und zugleich langfristige Nebenwirkungen reduzieren – etwa herzschädigende Effekte bestimmter Medikamente. Im Mittelpunkt steht dabei eine präzisere, individuell an den biologischen Eigenschaften der Erkrankung orientierte Therapie.
Mit dem Umzug der Studienzentrale setzt die AML-BFM-Gruppe ihre fast 50-jährige Geschichte nun unter der Leitung von Prof. Dr. Jan-Henning Klusmann in Frankfurt fort.
Für weitere Informationen:
Prof. Dr. Jan-Henning Klusmann
Direktor Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Universitätsmedizin Frankfurt
Telefon: +49 69 63 01 – 50 94
E-Mail: KKJM-Direktor@unimedizin-ffm.de
Internet: www.unimedizin-ffm.de
Über die Universitätsmedizin Frankfurt
Die Universitätsmedizin Frankfurt, gegründet im Jahr 1914, zählt zu den führenden hochschulmedizinischen Einrichtungen Deutschlands. Sie bietet ihren Patientinnen und Patienten eine bestmögliche medizinische Versorgung in 33 Kliniken und klinischen Instituten. Der enge Bezug zur Wissenschaft – Universitätsmedizin und Fachbereich Medizin betreiben mehr als 20 Forschungsinstitute – sichert den Patientinnen und Patienten eine zeitnahe Umsetzung neuer Erkenntnisse in die diagnostische und therapeutische Praxis. Rund 1.300 stationäre und tagesklinische Betten stehen zur Verfügung. Zahlreiche Kliniken und Institute widmen sich medizinisch-wissenschaftlichen Spezialleistungen. Jährlich werden circa 46.000 stationäre und mehr als 480.000 ambulante Patientinnen und Patienten betreut. Besondere interdisziplinäre Kompetenz besitzt die Universitätsmedizin unter anderem auf den Gebieten der Neurowissenschaften, Onkologie und kardiovaskulären Medizin. Auch als Standort für Organ- und Knochenmarktransplantationen, Dialyse sowie der Herzchirurgie und Neurochirurgie nimmt sie besondere Aufgaben der überregionalen medizinischen Versorgung wahr. Das Leberzentrum ist die einzige Einrichtung für Lebertransplantation in Hessen. Ein Alleinstellungsmerkmal gemäß Versorgungsauftrag nach dem Hessischen Krankenhausgesetz besteht für die Region Frankfurt-Offenbach neben der Herzchirurgie auch für die Mund-Kiefer- und Gesichtschirurgie, die Dermatologie und die Kinder- und Jugendpsychiatrie. Mehr als 8.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern sich rund um die Uhr um die Patientinnen und Patienten.
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