An­trä­ge zu zwei na­tio­na­len Zen­tren für Herz-Kreis­lauf so­wie Krebs­for­schung po­si­tiv be­gut­ach­tet.

Die Goe­the-Uni­ver­si­tät hat sich ge­mein­sam mit der Uni­ver­si­tät Mainz und wei­te­ren For­schungs­in­sti­tu­ten im Rhein-Main-Ge­biet um die För­de­rung von zwei na­tio­na­len Zen­tren zur Ge­sund­heits­for­schung be­wor­ben. Wie das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Bil­dung und For­schung heu­te mit­teil­te, sind bei­de An­trag­skiz­zen po­si­tiv be­gut­ach­tet wor­den.

Es han­delt sich um ein Deut­sches Kon­sor­ti­um für trans­la­tio­na­le Krebs­for­schung und ein Deut­sches Zen­trum für Herz-Kreis­lauf­for­schung. Bei­de sol­len am Kli­ni­kum der Goe­the-Uni­ver­si­tät an­ge­sie­delt wer­den. Die For­scher­grup­pen un­ter der Lei­tung von Prof. Hu­bert Ser­ve und Prof. Si­mo­ne Ful­da (Krebs­for­schung) so­wie Prof. An­dre­as Zei­her (Herz-Kreis­lauf­for­schung) sind nun auf­ge­for­dert, ih­ren An­trag mit je­weils sechs an­de­ren Zen­tren zu ei­nem Kon­sor­ti­al­an­trag zu­sam­men­zu­füh­ren. Ei­ne end­gül­ti­ge Ent­schei­dung über die För­de­rung wird im Fe­bru­ar 2011 ge­trof­fen.

Deut­sches Kon­sor­ti­um für trans­la­tio­na­le Krebs­for­schung
Prof. Hu­bert Ser­ve, Di­rek­tor des Uni­ver­si­tä­ren Cen­trums für Tu­mor­er­kran­kun­gen (UCT): „In den ver­gan­ge­nen Jah­ren wur­den in der On­ko­lo­gie im­men­se Fort­schrit­te in der Grund­la­gen­for­schung er­reicht. Mit die­sem An­trag wol­len wir die­se Er­kennt­nis­se für un­se­re Pa­ti­en­ten mit neu­en Me­di­ka­men­ten nutz­bar ma­chen“. Die Krebs­for­schung ge­hört zu den wich­tigs­ten stra­te­gi­schen Prio­ri­tä­ten der Goe­the-Uni­ver­si­tät. Die Uni­ver­si­täts­kli­nik baut auf ei­ne ge­wach­se­ne Tra­di­ti­on in der Krebs­for­schung, die sich auch in ei­ner gro­ßen Zahl ak­tu­ell ge­för­der­ter Dritt­mit­tel­pro­jek­te ma­ni­fes­tiert. Da­zu ge­hö­ren die vom Land Hes­sen im Rah­men der LOEWE-In­itia­ti­ve ge­för­der­ten Pro­jek­te „On­ko­ge­ne Si­gnal­trans­duk­ti­on Frank­furt“ und das „Zen­trum für Zell- und Gen­the­ra­pie“, zwei von der Deut­schen Krebs­hil­fe ge­för­der­te Krebs­for­schungs­kon­sor­ti­en, ein vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Bil­dung und For­schung ge­för­der­tes Kon­sor­ti­um so­wie ein von der Eu­ro­päi­schen Ge­mein­schaft ge­för­der­tes For­scher­netz­werk. Das nun be­gut­ach­te­te Kon­sor­ti­um für trans­la­tio­na­le Krebs­for­schung ver­eint die Ex­per­ti­se des UCT und der Fach­be­rei­che Me­di­zin und Bio­che­mie, Che­mie und Phar­ma­zie der Goe­the-Uni­ver­si­tät mit der­je­ni­gen des Ge­org-Spey­er-Hau­ses, des Nord­west-Kran­ken­hau­ses Frank­furt und der Uni­ver­si­tät Mainz.

„In­no­va­ti­ve Krebs­the­ra­pie geht da­von aus, dass ei­ne Viel­zahl mo­le­ku­la­rer Stö­run­gen Krebs ver­ur­sa­chen. Dank zu­neh­men­der Er­kennt­nis­se über mo­le­ku­la­re Si­gna­tu­ren kön­nen bis­her als gleich an­ge­se­he­ne Tu­mo­ren nun in Un­ter­grup­pen un­ter­teilt wer­den“, er­läu­tert Prof. Si­mo­ne Ful­da, Lei­te­rin des In­sti­tuts für ex­pe­ri­men­tel­le Tu­mor­for­schung in der Päd­ia­trie: „Dies hat Fol­gen so­wohl für die Dia­gno­se als auch für Ent­wick­lung kli­ni­scher Stu­di­en, in de­nen die An­zahl von Pa­ti­en­ten mit ge­ne­tisch iden­ti­schen Tu­mo­ren klei­ner wird.“ Dar­über hin­aus gilt es zwi­schen mo­le­ku­la­ren Ab­wei­chun­gen zu un­ter­schei­den, wel­che die un­kon­trol­lier­te Zell­ver­meh­rung vor­an­trei­ben, und sol­chen, die nur be­glei­tend auf­tre­ten. Dar­aus er­ge­ben sich zwei Her­aus­for­de­run­gen für die Durch­füh­rung kli­ni­scher Stu­di­en, näm­lich kli­nisch re­le­van­te und be­ein­fluss­ba­re Struk­tu­ren (Bio­mar­ker) im Krebs­ge­we­be zu iden­ti­fi­zie­ren und ge­nü­gend Pa­ti­en­ten mit glei­chen Merk­ma­len zu fin­den. Hier ist die Zu­sam­men­ar­beit von Kli­ni­kern und Grund­la­gen­for­schern in Netz­wer­ken er­for­der­lich.

Deut­sches Zen­trum für Herz-Kreis­lauf­for­schung
Welt­weit sind im­mer mehr Men­schen von Herz-Kreis­lauf-Er­kran­kun­gen be­trof­fen. Die Ge­sund­heits­sys­te­me sind mit stei­gen­den Kos­ten kon­fron­tiert, die bei­spiels­wei­se durch Herz­ver­sa­gen nach In­farkt oder pe­ri­phe­re ar­te­ri­el­le Er­kran­kun­gen ent­ste­hen.Die Goe­the-Uni­ver­si­tät, das Max Planck In­sti­tut für Herz- und Lun­gen­for­schung und die Kerck­hoff-Kli­nik in Bad Nau­heim so­wie die Uni­ver­si­tät Mainz wol­len in dem nun ge­neh­mig­ten na­tio­na­len Zen­trum für Herz-Kreis­lauf­for­schung un­ter­su­chen, wie die­se Krank­hei­ten ent­ste­hen. Sie ha­ben sich die Auf­ga­be ge­stellt, die Über­mitt­lung von Si­gna­len im Ge­fäß­sys­tem zu ent­zif­fern, den Bei­trag epi­ge­ne­ti­scher Fak­to­ren auf­zu­klä­ren und Ein­bli­cke in das Re­pa­ra­tur­sys­tem des Kör­pers zu neh­men. Ziel ist es, mo­le­ku­la­re An­griffs­punk­te für Dia­gno­se und The­ra­pie zu iden­ti­fi­zie­ren.

Prof. An­dre­as Zei­her, Di­rek­tor der Kar­dio­lo­gie an der Goe­the-Uni­ver­si­tät: „Wir sind da­von über­zeugt, dass die­ser An­satz den Weg zu ei­ner per­so­na­li­sier­ten The­ra­pie für Ge­fäß­er­kran­kun­gen eb­nen wird. Dies ist ei­ne der größ­ten Her­aus­for­de­run­gen für die Me­di­zin der Zu­kunft.“ Par­al­lel da­zu gilt es, Bio­mar­ker zu iden­ti­fi­zie­ren, mit de­nen sich Ri­si­ken pro­gnos­ti­zie­ren las­sen. Zur Ver­bes­se­rung der bild­ge­ben­den Ver­fah­ren wer­den Ziel­mo­le­kü­le ge­sucht, die es er­lau­ben, kli­nisch aus­sa­ge­kräf­ti­ge Struk­tu­ren sicht­bar zu ma­chen. Zu dem trans­la­tio­na­len Kon­zept ge­hört fer­ner, dass die Er­kennt­nis­se über neue dia­gnos­ti­sche und the­ra­peu­ti­sche Ziel­struk­tu­ren in kli­ni­schen Stu­di­en ge­prüft wer­den.

Ziel des vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Wis­sen­schaft und For­schung (BMBF) be­trie­be­nen För­der­pro­gramms ist es, na­tio­na­le Ge­sund­heits­zen­tren mit meh­re­ren Stand­or­ten zu bil­den, die auf ho­hem wis­sen­schaft­li­chem und tech­ni­schem Ni­veau For­schung wie auch Dia­gnos­tik und The­ra­pie zu „Volks­krank­hei­ten“ wie Herz­in­farkt oder In­fek­tio­nen be­trei­ben. Im so ge­nann­ten „trans­la­tio­na­len An­satz“ sol­len da­bei Grund­la­gen­for­schung und kli­ni­sche Me­di­zin zum Woh­le der Pa­ti­en­ten zu­sam­men­ge­führt wer­den. Na­tio­na­le Ge­sund­heits­zen­tren zu neu­ro­de­ge­ne­ra­ti­ven Er­kran­kun­gen und Dia­be­tes ha­ben be­reits ih­re Ar­beit auf­ge­nom­men.

Her­aus­ge­ber: Der Prä­si­dent der Goethe-Universität Frankfurt

Weitere Informationen:
Die Goe­the-Uni­ver­si­tät ist ei­ne for­schungs­star­ke Hoch­schu­le in der eu­ro­päi­schen Fi­nanz­me­tro­po­le Frank­furt. 1914 von Frank­fur­ter Bür­gern ge­grün­det, ist sie heu­te ei­ne der zehn dritt­mit­tel­stärks­ten und größ­ten Uni­ver­si­tä­ten Deutsch­lands. Am 1. Ja­nu­ar 2008 ge­wann sie mit der Rück­kehr zu ih­ren his­to­ri­schen Wur­zeln als Stif­tungs­uni­ver­si­tät ein ein­zig­ar­ti­ges Maß an Ei­gen­stän­dig­keit. Par­al­lel da­zu er­hält die Uni­ver­si­tät auch bau­lich ein neu­es Ge­sicht. Rund um das his­to­ri­sche Poel­zig-En­sem­ble im Frank­fur­ter Wes­tend ent­steht ein neu­er Cam­pus, der äs­the­ti­sche und funk­tio­na­le Maß­stä­be setzt. Die „Sci­ence Ci­ty“ auf dem Ried­berg ver­eint die na­tur­wis­sen­schaft­li­chen Fach­be­rei­che in un­mit­tel­ba­rer Nach­bar­schaft zu zwei Max-Planck-In­sti­tu­ten. Mit über 55 Stif­tungs- und Stif­tungs­gast­pro­fes­su­ren nimmt die Goe­the-Uni­ver­si­tät laut Stif­ter­ver­band ei­ne Füh­rungs­rol­le ein.


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