Ei­ne neue Waf­fe ge­gen den Krebs: das ei­ge­ne Im­mun­sys­tem

Am 4. Fe­bru­ar 2017 ist Welt­krebs­tag. Das Uni­ver­si­tä­re Cen­trum für Tu­mor­er­kran­kun­gen (UCT) am Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum Frank­furt in­for­miert zu die­sem An­lass über Mög­lich­kei­ten der Vor­sor­ge und in Frank­furt mit­ent­wi­ckel­te Im­mun­the­ra­pi­en.

Welt­weit wird ein deut­li­cher An­stieg der Krebs­er­kran­kun­gen ver­zeich­net. In Deutsch­land sind in den letz­ten fünf Jah­ren be­reits 1,5 Mil­lio­nen Men­schen er­krankt, al­lein für das Jahr 2017 wird jetzt so­gar mit 500.000 Neu­er­kran­kun­gen ge­rech­net. Es han­delt sich na­tio­nal um die zweit­häu­figs­te To­des­ur­sa­che. Ein ho­her An­teil die­ser Er­kran­kun­gen könn­te bei früh­zei­ti­ger Dia­gno­se er­folg­reich be­han­delt wer­den – doch die In­for­ma­ti­ons- und Prä­ven­ti­ons­an­ge­bo­te wer­den un­zu­rei­chend ge­nutzt. Des­halb ruft die Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on (WHO) ein­mal im Jahr den Welt­krebs­tag aus. Das UCT be­tei­ligt sich an der Auf­klä­rung und stellt zu die­sem An­lass ver­schie­de­ne The­ra­pi­en vor, die in Frank­furt mit­ent­wi­ckelt wur­den. Der Schwer­punkt liegt da­bei auf Im­mun­the­ra­pi­en mit ge­ne­tisch ver­än­der­ten Im­mun­zel­len, An­ti­kör­pern und Her­pes­vi­ren. Mit ei­ner re­gel­mä­ßi­gen Vor­trags­rei­he zu ver­schie­de­nen Krank­heits­bil­dern be­tei­ligt sich das UCT auch kon­ti­nu­ier­lich an der Auf­klä­rung der Öf­f­ent­lich­keit über das The­ma Krebs.

Per­so­na­li­sier­te Me­di­zin: in­di­vi­du­ell auf den Krebs rea­gie­ren
Die Per­so­na­li­sier­te Me­di­zin sorgt für ei­nen Pa­ra­dig­men­wan­del in der Krebs­the­ra­pie. Ein zen­tra­les ak­tu­el­les For­schungs­feld sind da­bei die Im­mun­the­ra­pi­en, ins­be­son­de­re so­ge­nann­te Check­point-In­hi­bi­to­ren. Un­ter Check­points ver­steht man Schalt­stel­len im Im­mun­sys­tem, die da­für sor­gen, dass ei­ne Im­mun­re­ak­ti­on auch wie­der be­en­det wird. Krebs­zel­len nut­zen die­se Funk­ti­on des Kör­pers aus, um ei­ne Im­mun­re­ak­ti­on ge­gen den Tu­mor zu ver­hin­dern. Neu­ar­ti­ge The­ra­pi­en set­zen nun dar­auf, ge­nau die­se Selbst­hei­lungs­kräf­te des Men­schen wie­der zu ak­ti­vie­ren. „Ge­ra­de Tu­mo­ren mit vie­len ge­ne­ti­schen Ver­än­de­run­gen – al­so Mu­ta­tio­nen – schei­nen be­son­ders gut auf Im­mun­the­ra­pi­en mit Check­point-In­hi­bi­to­ren an­zu­spre­chen: Haut- und Lun­gen­krebs oder Kopf-Hals-Tu­mo­ren“, er­läu­tert UCT-Di­rek­tor Prof. Chris­ti­an Brandts. Neu­es­te For­schungs­er­geb­nis­se an Pa­ti­en­ten, bei de­nen die Ge­ne­tik des Tu­mors sehr de­tail­liert un­ter­sucht wur­de, lie­fern ers­te Hin­wei­se dar­auf, bei wem wel­che Im­mun­the­ra­pie am bes­ten wirkt. „Un­ser Ziel ist es, durch ei­ne ver­bes­ser­te Dia­gnos­tik vor­her­zu­sa­gen, bei wem ei­ne Im­mun­the­ra­pie wir­ken wird. Durch ein bes­se­res Ver­ständ­nis hof­fen wir auch, ei­ne Wirk­sam­keit bei der Mehr­zahl der Krebs­pa­ti­en­ten zu er­mög­li­chen“, so Prof. Brandts.

Neu­ar­ti­ge Zel­len, An­ti­kör­per und Her­pes als The­ra­peu­ti­kum
Ein kon­kre­tes Bei­spiel ei­nes viel­ver­spre­chen­den The­ra­pie­an­sat­zes ist der Ein­satz von ge­ne­tisch ma­ni­pu­lier­ten Zel­len, so­ge­nann­ten CAR-Zel­len, ge­gen Leuk­ämie und Hirn­tu­mo­ren. Un­ter maß­geb­li­cher Frank­fur­ter Be­tei­li­gung wur­den neu­ar­ti­ge bi-spe­zi­fi­sche An­ti­kör­per ent­wi­ckelt, die Tu­mor­zel­len und Im­mun­zel­len zu­sam­men­brin­gen und zum ge­ziel­ten Ab­ster­ben der Tu­mor­zel­len füh­ren. Die­se An­ti­kör­per sind bei der aku­ten lym­pha­ti­schen Leuk­ämie (ALL) be­reits in kleins­ten Do­sen sehr wirk­sam. Da die­se Be­hand­lungs­an­sät­ze al­ler­dings auch zu ei­nem un­kon­trol­lier­tem Im­mun­sys­tem füh­ren kön­nen und da­mit Ne­ben­wir­kun­gen ver­ur­sa­chen kön­nen, müs­sen sie in spe­zia­li­sier­ten Zen­tren wie dem UCT ein­ge­setzt wer­den, um die Ge­fah­ren früh­zei­tig zu er­ken­nen und kon­trol­lie­ren zu kön­nen.

Ge­gen ma­lig­ne Me­la­no­me – bös­ar­ti­gen Haut­krebs – wird am Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum ei­ne erst seit we­ni­gen Mo­na­ten ver­füg­ba­re The­ra­pie mit ei­nem ge­ne­tisch ver­än­der­ten Her­pes­vi­rus ge­tes­tet. Das Vi­rus wur­de so mo­di­fi­ziert, dass es Me­la­nom­zel­len in­fi­zie­ren und sich dar­in ver­meh­ren kann. Da­zu nutzt es die ei­ge­nen Me­cha­nis­men des Tu­mors. Auf die­sem Weg wer­den An­ti­ge­ne frei­ge­setzt und gleich­zei­tig ein Pro­te­in pro­du­ziert, das das pa­ti­en­ten­ei­ge­ne Im­mun­sys­tem sti­mu­liert. Me­la­nom­zel­len wer­den so er­kannt und ab­ge­tö­tet. Am UCT wur­den bis­lang fünf Pa­ti­en­ten mit die­ser sehr gut ver­träg­li­chen The­ra­pie be­han­delt und die bis­he­ri­gen Re­sul­ta­te sind sehr viel­ver­spre­chend.

Vor­sor­ge und Auf­klä­rung
Um die Öf­f­ent­lich­keit über sol­che An­ge­bo­te und vie­le wei­te­re Fra­gen zum The­ma Krebs zu in­for­mie­ren, ver­an­stal­tet das UCT un­ter an­de­rem ei­ne kos­ten­lo­se und all­ge­mein­ver­ständ­li­che Vor­trags­rei­he. Ziel die­ser Ak­ti­on ist es, Pa­ti­en­ten und in­ter­es­sier­ten Bür­gern um­fas­sen­de In­for­ma­tio­nen zu ver­schie­de­nen Krank­heits­bil­dern und Be­gleit­er­schei­nun­gen zu ver­mit­teln. Au­ßer­dem wer­den Ant­wor­ten dar­auf ge­ge­ben, was Pa­ti­en­ten selbst zur Prä­ven­ti­on und im Fal­le ei­ner Er­kran­kung für ihr Wohl­er­ge­hen tun kön­nen. Die Rei­he be­ginnt in die­sem Jahr am 7. Fe­bru­ar mit dem The­ma „Stress lass nach – vom hilf­rei­chen Um­gang mit Be­las­tun­gen“. Da­nach fin­den die Vor­trä­ge mo­nat­lich im­mer diens­tags von 17:30 bis 18:30 Uhr statt. Die ge­nau­en Ter­mi­ne und The­men fin­den sich hier.
Well­ness­tag für Frau­en mit Krebs
Für weib­li­che Be­trof­fe­ne gibt es an­läss­lich des Welt­krebs­tags noch ein ganz be­son­de­res An­ge­bot. Der Fri­seur­sa­lon West Si­de Hair & Be­au­ty ver­an­stal­tet mit dem UCT am 5. Fe­bru­ar ei­nen Well­ness­tag für Frau­en mit ei­ner Krebs­er­kran­kung, die sich am Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum in Be­hand­lung be­fin­den. Sie wer­den zu ei­nem Sekt­emp­fang, Haar­schnitt und ei­ner Ma­ni­kü­re in den Sa­lon in Frank­furt ein­ge­la­den. Ei­ne te­le­fo­ni­sche An­mel­dung ist bis Sams­tag, 4. Fe­bru­ar, un­ter der 069 13020027 mög­lich.

Für wei­te­re In­for­ma­tio­nen:

San­dra Ohm
Pres­se- und Öf­f­ent­lich­keits­ar­beit
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