Leis­tun­gen - Er­geb­nis­se - Per­spek­ti­ven

Das Kli­ni­kum der J.W. Goe­the-Uni­ver­si­tät kann mit Stolz auf ei­ne Er­hö­hung der Pa­ti­en­ten­zahl und Ver­bes­se­run­gen in der Pa­ti­en­ten­ver­sor­gung zu­rück­bli­cken. Für den Auf­schwung gibt es vie­le Grün­de, so ha­ben Leis­tungs­stei­ge­run­gen, et­li­che Maß­nah­men zur Re­or­ga­ni­sa­ti­on und zu Er­lös­stei­ge­run­gen so­wie ein op­ti­mier­tes Arz­nei­mit­tel­ma­nage­ment zu ei­ner deut­li­chen Stei­ge­rung des Wirt­schafts­er­geb­nis­ses im Jahr 2010 ge­führt.

Dr. Hans-Joa­chim Con­rad, Kauf­män­ni­scher Di­rek­tor des Kli­ni­kums der J.W. Goe­the-Uni­ver­si­tät, be­rich­tet von rund drei Pro­zent mehr sta­tio­när be­han­del­ten Pa­ti­en­ten im Ver­gleich zum Vor­jahr. Der durch­schnitt­li­che Schwe­re­grad ist um 1,5 Pro­zent ge­stie­gen. Die Be­schäf­ti­gungs­zahl blieb da­bei na­he­zu kon­stant, wo­bei ärzt­li­cher Dienst und Pfle­ge ei­nen Zu­wachs ver­zeich­ne­ten. Nach dem vor­läu­fi­gen Jah­res­ab­schluss liegt das Mi­nus im ope­ra­ti­ven Ge­schäft bei rund 3,5 Mio. Eu­ro. Das De­fi­zit konn­te so­mit im Ver­gleich zum Vor­jahr hal­biert wer­den, ob­wohl die Bud­gets wei­ter­hin grund­sätz­lich ge­setz­lich ‚ge­de­ckelt’ wa­ren. Ur­sa­che für das De­fi­zit sind vie­le am­bu­lan­te Be­hand­lun­gen, die in et­li­chen Spe­zi­al­am­bu­lan­zen nicht kos­ten­de­ckend er­bracht wer­den kön­nen, so­wie vor al­lem un­güns­ti­ge bau­li­che Struk­tu­ren. Ana­ly­sen zei­gen, dass bei ei­ner kon­se­quen­ten bau­li­chen Kon­zen­tra­ti­on zu­künf­tig bis zu 7,4 Mio. jähr­lich ein­ge­spart wer­den kön­nen.

Der bau­li­che Mas­ter­plan wur­de 2008 be­schlos­sen und 2010 wei­ter­hin um­ge­setzt. Al­ler­dings gab es Ver­zö­ge­run­gen, die auch den drin­gend be­nö­tig­ten zwei­ten Bau­ab­schnitt be­tref­fen. In ei­nem süd­li­chen An­bau an das Zen­tral­ge­bäu­de sol­len fast al­le „Kopf­fä­cher“ zu­sam­men­ge­führt wer­den. Da­zu zäh­len die Au­gen­heil­kun­de, Hals-, Na­sen- und Oh­ren­heil­kun­de, Neu­ro­lo­gie, Neu­ro­chir­ur­gie und Mund-Kie­fer-Ge­sicht­s­chir­ur­gie. Au­ßer­dem wer­den drin­gend be­nö­tig­te zu­sätz­li­che Intensivbehandlungs­kapazitäten für die for­schungs­na­he Ma­xi­mal­ver­sor­gung ent­ste­hen. Da­mit wür­den fünf, der­zeit noch de­zen­tral an­ge­sie­del­te OP-Be­rei­che in der Er­wei­te­rung des Zen­tral­ge­bäu­des kon­zen­triert. We­ge wer­den so stark ver­kürzt und Be­hand­lungs­pro­zes­se ge­strafft. Zen­tra­le Ein­rich­tun­gen wie Ste­ri­li­sa­ti­on oder La­bor kön­nen ef­fi­zi­en­ter ge­nutzt wer­den.

Die po­si­ti­ven Ent­wick­lun­gen kom­men ins­be­son­de­re schwerst­kran­ken Pa­ti­en­ten, aber letzt­lich der ge­sam­ten Be­völ­ke­rung zu­gu­te. Der Kli­ni­kums­vor­stand wies dar­auf hin, dass es dem ver­ein­ten Ein­satz al­ler zu ver­dan­ken ist, dass sich die wirt­schaft­li­che La­ge noch­mals ver­bes­sert hat und der me­di­zi­ni­sche Fort­schritt eben­falls wei­ter ge­stärkt wur­de: „Oh­ne den en­ga­gier­ten Ein­satz al­ler Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter und die nach­hal­ti­ge Un­ter­stüt­zung al­ler Leis­tungs- und Ver­ant­wor­tungs­trä­ger wä­re die­se ge­mein­sa­me An­stren­gung nicht so er­folg­reich“, so der Ärzt­li­che Di­rek­tor des Uni­ver­si­täts­kli­ni­kums, Prof. Dr. Jür­gen Schöl­me­rich.

Er­fol­ge in For­schung, Leh­re und Pfle­ge
Auch in der For­schung und Leh­re gab es im ver­gan­ge­nen Jahr Er­fol­ge zu ver­zeich­nen. Prof. Dr. Tho­mas Klin­ge­biel, Pro­de­kan des Fach­be­reichs Me­di­zin der Goe­the-Uni­ver­si­tät, ver­weist auf die gu­ten Er­geb­nis­se der Frank­fur­ter Stu­die­ren­den beim Staats­ex­amen. Ein neu­er DFG-ge­för­der­ter Son­der­for­schungs­be­reich nahm sei­ne Ar­beit auf, die Dritt­mit­tel­ein­wer­bung konn­te auf nun­mehr über 47 Mio. Eu­ro ge­stei­gert wer­den. Ein wei­te­rer Er­folg war die Be­ru­fung von zehn neu­en Pro­fes­so­ren. Im ak­tu­el­len Shang­hai-Ran­king plat­zier­te sich Frank­furt im Be­reich ‚Me­di­zin und Phar­ma­zie’ im in­ter­na­tio­na­len Ver­gleich un­ter den 75 welt­bes­ten Uni­ver­si­tä­ten und lag im na­tio­na­len Ver­gleich nur hin­ter der LMU Mün­chen.
Mar­tin Wil­helm, Pfle­ge­di­rek­tor des Kli­ni­kums des J.W. Goe­the-Uni­ver­si­tät, be­rich­tet von Fort­schrit­ten im Wund- und Fall­ma­nage­ment. Auch der Über­gang zur am­bu­lan­ten Ver­sor­gung und in Reha-Be­rei­chen er­fuhr Ver­bes­se­run­gen. Auch 2010 wur­den be­gon­ne­ne Ko­ope­ra­tio­nen wei­ter kon­se­quent ver­stärkt. Die Ar­beits­tei­lung mit an­de­ren Leis­tungs­an­bie­tern im Groß­raum Rhein-Main wur­de über neue Ko­ope­ra­tio­nen - et­wa in der Kin­der­chir­ur­gie und der Kar­dio­lo­gie - in­ten­si­viert. Im hes­si­schen On­ko­lo­gie­kon­zept über­nimmt das Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum ei­ne Vor­rei­ter­rol­le. Es or­ga­ni­siert ein­rich­tungs­über­grei­fen­de Tu­mor­kon­fe­ren­zen, die für den Pa­ti­en­ten früh­zei­tig die best­mög­li­che Be­hand­lung si­chern sol­len.
 
PDMS - mehr Zeit für Pa­ti­en­ten dank hoch­mo­der­ner Spe­zi­al­soft­ware

Dank der Ein­füh­rung ei­nes hoch­mo­der­nen Pa­ti­en­ten-Da­ten-Ma­nage­ment-Sys­tems, kurz PDMS, kön­nen die Hochri­si­ko­pa­ti­en­ten der In­ten­siv­sta­tio­nen in der Uni­kli­nik Frank­furt noch bes­ser be­treut wer­den. Das hoch­mo­der­ne PDMS ist ein kli­ni­sches Ar­beits­platz­sys­tem, wel­ches die be­han­deln­den Ärz­te und das Pfle­ge­per­so­nal durch ei­ne lü­cken­lo­se Er­fas­sung der Pa­ti­en­ten­da­ten op­ti­mal bei ih­rem Dienst am Men­schen un­ter­stützt. Das Sys­tem er­mög­licht es, sämt­li­che bis­her auf Pa­pier do­ku­men­tier­ten Pa­ti­en­ten­da­ten wie Be­hand­lungs­ver­läu­fe, Me­di­ka­tio­nen, Vi­tal­pa­ra­me­ter und Ge­rä­te­da­ten in ei­ner ein­zi­gen elek­tro­ni­schen Ak­te zu er­fas­sen und durch ei­nen PC an je­dem In­ten­sivpfle­ge­platz so­fort zu­gäng­lich zu ma­chen.

Das neue Sys­tem ist zu­dem in der La­ge, kri­ti­sche Ab­wei­chun­gen in den Vi­tal­pa­ra­me­tern au­to­ma­tisch zu er­ken­nen und pa­ti­en­ten­in­di­vi­du­ell vor Fehl­me­di­ka­ti­on z.B. bei All­er­gi­en und Über­do­sie­rung zu war­nen. Da­zu greift die Soft­ware auf ei­ne Da­ten­bank ak­tu­el­ler wis­sen­schaft­li­cher Er­kennt­nis­se zu­rück. In ihr sind stan­dar­di­sier­te Be­hand­lungs­pro­ze­du­ren der Uni­kli­nik und Me­di­ka­men­te zu be­stimm­ten Krank­heits­bil­dern hin­ter­legt. „Der zeit­li­che Do­ku­men­ta­ti­ons­auf­wand für das Kran­ken­haus­per­so­nal wird enorm re­du­ziert und die Pa­ti­en­ten­si­cher­heit er­heb­lich ge­stei­gert. Die so ge­won­ne­ne Zeit kommt dem Pa­ti­en­ten zu­gu­te“, so Prof. Dr. Dr. Kai Za­cha­row­ski, Di­rek­tor der Kli­nik für An­äs­the­sio­lo­gie, In­ten­siv­me­di­zin und Schmerz­the­ra­pie.

Aus­bli­cke
Die on­ko­lo­gi­sche Ver­sor­gung wird räum­lich und or­ga­ni­sa­to­risch im Uni­ver­si­tä­ren Cen­trum für Tu­mor­er­kran­kun­gen (UCT) ver­eint. Die ra­dio­lo­gi­sche, nu­kle­ar­me­di­zi­ni­sche, neu­ro­ra­dio­lo­gi­sche und die ge­sam­te in­ter­nis­ti­sche Dia­gnos­tik wer­den künf­tig im So­ckel­ge­schoss so­wie dem sich süd­lich an­schlie­ßen­den zwei­ten Bau­ab­schnitt zu­sam­men­ge­führt. Die Kon­zen­tra­ti­on von Auf­nah­me- und Dia­gnos­tik­pro­zes­sen wird War­te­zei­ten und Ver­weil­dau­er wei­ter ver­kür­zen. So sol­len die fort­gel­ten­den öko­no­mi­schen Her­aus­for­de­run­gen im Ge­sund­heits­we­sen bes­ser be­wäl­tigt wer­den. Per­so­nal­ent­wick­lungs­maß­nah­men und An­pas­sun­gen der Pro­zes­s­or­ga­ni­sa­ti­on wer­den dies nach Aus­sa­ge des Kli­ni­kums­vor­stan­des auf viel­fäl­ti­ge Wei­se ab­si­chern.

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