Neu­er Li­ne­ar­be­schleu­ni­ger er­mög­licht punkt­ge­naue Be­strah­lung von Tu­mo­ren.

Nach mehr­mo­na­ti­ger Um­bau­pha­se wur­de an der Kli­nik für Strah­len­the­ra­pie und On­ko­lo­gie des Kli­ni­kums der J.W. Goe­the-Uni­ver­si­tät ein neu­er Li­ne­ar­be­schleu­ni­ger in Be­trieb ge­nom­men. Das Ge­rät vom Typ „Syn­er­gy“ der Fir­ma Elek­ta er­mög­licht ei­ne ef­fek­ti­ve­re Strah­len­the­ra­pie bei ge­rin­ge­rer Be­las­tung des Pa­ti­en­ten.

Haupt­merk­mal des Be­schleu­ni­gers ist ein in­te­grier­ter Com­pu­ter­to­mo­graph, der ei­ne hoch­auf­lö­sen­de 3D-Bild­ge­bung er­mög­licht. So kön­nen Be­we­gun­gen und Ver­än­de­run­gen des Tu­mors und des ge­sun­den Ge­we­bes wäh­rend der Be­strah­lung ex­akt dar­ge­stellt wer­den. Die bild­ge­stütz­te Strah­len­the­ra­pie (image-gui­ded ra­dio­the­ra­py, IGRT) hilft da­bei, den Er­folg der The­ra­pie zu op­ti­mie­ren. Die Prä­zi­si­on und Ef­fek­ti­vi­tät des Li­ne­ar­be­schleu­ni­gers wird durch ei­nen hoch­mo­der­nen Be­hand­lungs­tisch aus Car­bon­fa­sern un­ter­stützt. Even­tu­el­le La­ge­rungs­kor­rek­tu­ren wer­den durch Hy­drau­lik und ei­ne In­fra­rot­ka­me­ra au­to­ma­tisch aus­ge­führt und der Pa­ti­ent so­mit mil­li­me­ter­ge­nau aus­ge­rich­tet. Va­ku­um­la­ge­rungs­sys­te­me sor­gen für ei­ne si­che­re und be­que­me Po­si­tio­nie­rung des Pa­ti­en­ten auf dem Be­hand­lungs­tisch.

Ei­ne wei­te­re neue Zu­satz­aus­stat­tung ist ein Mi­kro-Mul­ti­le­af­kol­li­ma­tor (mi­cro-MLC), bei dem schma­le Bleil­amel­len nach com­pu­ter­ge­stütz­ter Pla­nung die er­for­der­li­chen The­ra­pie­strah­len zur ziel­ge­nau­en Be­strah­lung bün­deln. Zu­sätz­lich wird die Be­hand­lungs­zeit der be­reits an der Strah­len­kli­nik eta­blier­ten In­ten­si­täts­mo­du­lier­ten Strah­len­the­ra­pie (IMRT) zur scho­nen­den Be­hand­lung kom­ple­xer Ziel­ge­bie­te durch ein neu­es Ver­fah­ren deut­lich ver­kürzt wer­den. Bei der Vo­lu­metric Mo­du­la­ted Arc The­ra­pie (VMAT) han­delt es sich um ei­ne Wei­ter¬ent­wick­lung der IMRT, bei der die Be­hand­lung als Ro­ta­ti­ons­be­strah­lung durch­ge­führt wird. Wäh­rend der Be­strah­lung dreht sich der Li­ne­ar­be­schleu­ni­ger um den Pa­ti­en­ten, wäh­rend fort­lau­fend durch den MLC Feld­grö­ße und -form dem Ziel­vo­lu­men ad­ap­tiert wer­den.

„Mit die­ser in­no­va­ti­ven Auf­rüs­tung sind die Vor­aus­set­zun­gen für den kli­ni­schen Ein­satz und die wis­sen­schaft­li­che Wei­ter­ent­wick­lung der Hoch­prä­zi­si­ons­be­strah­lun­gen nun op­ti­mal“, freut sich der Di­rek­tor der Kli­nik für Strah­len­the­ra­pie und On­ko­lo­gie, Prof. Dr. Claus Rö­del. „Ge­ziel­te ste­reo­tak­ti­sche und ra­dio­chir­ur­gi­sche An­wen­dun­gen wer­den die Er­geb­nis­se vor al­lem in der Be­hand­lung von Tu­mo­ren des Ge­hirns, der Kopf-Hals-Re­gi­on, Lun­ge, Le­ber und Pro­sta­ta ver­bes­sern - un­ter gleich­zei­ti­ger weit­ge­hen­der Scho­nung des um­ge­ben­den ge­sun­den Ge­we­bes.“

Die Ein­bin­dung die­ser Tech­no­lo­gie in die an der Kli­nik eben­falls eta­blier­ten Be­hand­lungs­for­men der Kurz­dis­tanz­the­ra­pie mit um­schlos­se­nen Strah­len­quel­len (Brachythe­ra­pie) so­wie der Kom­bi­na­ti­on der Be­strah­lung mit Che­mo­the­ra­pie und mo­le­ku­lar-ziel­ge­rich­te­ten Sub­stan­zen sind ein­zig­ar­tig im Rhein-Main-Ge­biet. Die Kli­nik leis­tet so­mit ei­nen we­sent­li­chen Bei­trag zur pa­ti­en­ten­na­hen For­schung im Rah­men des von der Deut­schen Krebs­hil­fe ge­för­der­ten Uni­ver­si­tä­ren Cen­trums für Tu­mor­er­kran­kun­gen (UCT).

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Sandra Ohm
UCT Frankfurt
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