100. Geburtstag von Johanna Quandt: Eine große Mäzenin der Kinderkrebsmedizin in Frankfurt

Würdigung des langjährigen Engagements von Johanna Quandt für die Versorgung krebskranker Kinder

 

Johanna Quandt (1926–2015): Mäzenin und Stifterin

Anlässlich des 100. Geburtstags von Johanna Quandt erinnern der Verein Hilfe für krebskranke Kinder Frankfurt e. V. und die Universitätsmedizin Frankfurt an eine außergewöhnliche Förderin. Mit Spenden von mehreren Millionen Euro ermöglichte sie den Aufbau und die Weiterentwicklung des heutigen Johanna-Quandt-Stammzelltransplantationszentrums, in dem seit 2004 mehr als 1.000 Stammzelltransplantationen durchgeführt wurden.

Am 21. Juni 1926 wurde Johanna Quandt in Berlin geboren. Sie starb am 03. August 2015 in Bad Homburg vor der Höhe. Ihr nachhaltiges Engagement hat die Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Leukämien und anderen lebensbedrohlichen Erkrankungen in Frankfurt entscheidend geprägt. Gemeinsam mit dem Verein Hilfe für krebskranke Kinder Frankfurt e. V. unterstützte sie den Bau des ersten Stammzelltransplantationszentrums der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin mit zwei Millionen Euro. Die Hälfte der Baukosten wurde durch den Bund getragen; 1,35 Millionen Euro steuerte der Verein bei.

Weitere 5,6 Millionen Euro stellte Johanna Quandt 2014 für die Ausstattung eines Erweiterungsbaus mit zusätzlichen Stammzelltransplantationsbetten bereit. Über viele Jahre unterstützte sie zudem den Betrieb der Stammzelltransplantationseinheit mit jährlich 200.000 Euro, um hochqualifizierte Fachkräfte an das Zentrum zu binden. Zu ihren weiteren bedeutenden Förderprojekten gehörte die Finanzierung eines kindgerechten MRT-Geräts im Jahr 2013 mit einem Volumen von 1,3 Millionen Euro.

„Johanna Quandts Engagement hat die Kinderkrebsmedizin in Frankfurt entscheidend verändert. Das nach ihr benannte Stammzelltransplantationszentrum ermöglicht seit mehr als zwei Jahrzehnten modernste Therapien für schwer erkrankte Kinder und Jugendliche. Für dieses außergewöhnliche Engagement und das damit verbundene Vertrauen in unsere Arbeit sind wir bis heute sehr dankbar“, sagt Prof. Dr. Jürgen Graf, Ärztlicher Direktor und Vorstandvorsitzender der Universitätsmedizin Frankfurt.

Seit der Eröffnung des Johanna-Quandt-Stammzelltransplantationszentrums im Dezember 2004 wurden mehr als 1.000 Transplantationen in der Frankfurter Klinik für Kinder- und Jugendmedizin durchgeführt. Patientinnen und Patienten mit Leukämien und vielen anderen lebensbedrohenden Erkrankungen bietet die Stammzelltransplantation eine Überlebenschance, wenn konventionelle Therapien erfolglos bleiben. Ohne das Engagement und die großzügige Unterstützung von Johanna Quandt wäre der Aufbau des Zentrums nicht möglich gewesen. Gute Versorgung und modernste Therapiemöglichkeiten waren ihr eine Herzensangelegenheit.

„Wir waren immer sehr beeindruckt von ihrem nachhaltigen und ernsthaften Interesse an unserer Arbeit. Über viele Jahre hat sie krebskranke Kinder und Jugendliche großzügig unterstützt. Durch ihre Förderung war es möglich, das Johanna-Quandt-Zentrum zu errichten, das seitdem vielen Patientinnen und Patienten Hoffnung auf Heilung gibt“, beschreibt Prof. Dr. Thomas Klingebiel, ehemaliger Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsmedizin Frankfurt, ihr langjähriges Engagement.

„Durch das Johanna-Quandt-Zentrum ist es möglich, internationale Forschergruppen und Expertise in Hämatologie, Onkologie, Immunologie, Bioinformatik und Stammzellbiologie zu bündeln. So wird Frankfurt zu einem international führenden Zentrum der Kinderleukämieforschung“, berichtet Prof. Dr. Jan-Henning Klusmann, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin und Leiter des Verbundprojektes C3OMBAT-AML.

Seit 1983 ist der Verein Hilfe für krebskranke Kinder Frankfurt e. V. Ansprechpartner für betroffene Familien. Mit einem in Hessen einzigartigen Dreiklang aus HELFEN, HEILEN, FORSCHEN unterstützt der Verein in seinem Familienzentrum krebskranke Kinder, Jugendliche und deren Familien auf umfassende Weise. Die gemeinnützige Spendenorganisation unterstützt bei: langfristigen Projekten, die eine dauerhafte Unterstützung benötigen, kontinuierlich, wo regelmäßige Hilfe gefragt ist, und kurzfristig, wenn akut Hilfe gebraucht wird. Mit einem ehrenamtlich tätigen Vorstand, vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern sowie einem Team aus geschulten Fachkräften.

„Sehr beeindruckt hat mich neben ihrer großartigen finanziellen Unterstützung, das aufrichtige Interesse von Frau Quandt am Schicksal der Kinder. In Erinnerung und großer Dankbarkeit organisieren wir in diesem Jahr gemeinsam mit der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin ein Symposium zu ihren Ehren am 03. September in der Universitätsmedizin Frankfurt“, erklärt Karin Reinhold-Kranz, Vorstandsvorsitzende Hilfe für krebskranke Kinder Frankfurt e. V.

Für weitere Informationen:
Christoph Lunkenheimer
Pressesprecher
Leiter der Stabsstelle Kommunikation
Universitätsmedizin Frankfurt
Telefon: +49 69 63 01 – 86 44 2
E-Mail: christoph.lunkenheimer@unimedizin-ffm.de 
Internet: www.unimedizin-ffm.de

Über die Universitätsmedizin Frankfurt
Die Universitätsmedizin Frankfurt, gegründet im Jahr 1914, zählt zu den führenden hochschulmedizinischen Einrichtungen Deutschlands. Sie bietet ihren Patientinnen und Patienten eine bestmögliche medizinische Versorgung in 33 Kliniken und klinischen Instituten. Der enge Bezug zur Wissenschaft – Universitätsmedizin und Fachbereich Medizin betreiben mehr als 20 Forschungsinstitute – sichert den Patientinnen und Patienten eine zeitnahe Umsetzung neuer Erkenntnisse in die diagnostische und therapeutische Praxis. Rund 1.300 stationäre und tagesklinische Betten stehen zur Verfügung. Zahlreiche Kliniken und Institute widmen sich medizinisch-wissenschaftlichen Spezialleistungen. Jährlich werden circa 46.000 stationäre und mehr als 480.000 ambulante Patientinnen und Patienten betreut. Besondere interdisziplinäre Kompetenz besitzt die Universitätsmedizin unter anderem auf den Gebieten der Neurowissenschaften, Onkologie und kardiovaskulären Medizin. Auch als Standort für Organ- und Knochenmarktransplantationen, Dialyse sowie der Herzchirurgie und Neurochirurgie nimmt sie besondere Aufgaben der überregionalen medizinischen Versorgung wahr. Das Leberzentrum ist die einzige Einrichtung für Lebertransplantation in Hessen. Ein Alleinstellungsmerkmal gemäß Versorgungsauftrag nach dem Hessischen Krankenhausgesetz besteht für die Region Frankfurt-Offenbach neben der Herzchirurgie auch für die Mund-Kiefer- und Gesichtschirurgie, die Dermatologie und die Kinder- und Jugendpsychiatrie. Mehr als 8.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern sich rund um die Uhr um die Patientinnen und Patienten.

Herausgeber: Der Vorstand der Universitätsmedizin Frankfurt. Redaktion: Christoph Lunkenheimer, Pressesprecher, Stabsstelle Kommunikation, Theodor-Stern-Kai 7, 60590 Frankfurt am Main, Telefon: +49 69 63 01 – 86 44 2, E-Mail: christoph.lunkenheimer@unimedizin-ffm.de
 

Pressekontakt

Felicitas Cremer
UCT Frankfurt
Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum Frank­furt
Theo­dor-Stern-Kai 7
60590 Frank­furt
Tel. 069 6301 87335
Fax 069 6301 6101