Von der Vergangenheit in die Zukunft der Krebsmedizin: Frankfurt Cancer Conference 2026

„Translating Paul Ehrlich's Magic Bullet into Novel Targeted Therapies“

MSNZ Fellow Dr. Theresa Weber, Clinician Scientist am Standort Marburg, erklärt einem Konferenzteilnehmer ihre Forschungsarbeit am Poster. (Foto: UCT Frankfurt-Marburg)

Rund 300 Teilnehmende aus Forschung und Klinik aus Deutschland, Europa, den USA und Kanada kamen vom 2. bis 4. September 2026 an der Goethe-Universität zusammen, um auf der Frankfurt Cancer Conference neue Ansätze für zielgerichtete Krebstherapien zu diskutieren. Organisiert wurde die Konferenz vom Georg-Speyer-Haus und dem Universitären Centrum für Tumorerkrankungen (UCT) Frankfurt.

In seiner Eröffnungsrede führte der Vorsitzende des Organisationskomitees, Prof. Dr. Florian Greten, Frankfurts lange Tradition in der Krebsforschung auf das Jahr 1906 zurück: Damals wurde das Georg-Speyer-Haus unter seinem ersten Direktor Paul Ehrlich eingeweiht, und in Heidelberg nahm das Institut für experimentelle Krebsforschung seine Arbeit auf. Beide Eröffnungen bildeten den Anlass für die erste internationale Konferenz für Krebsforschung, die vor genau 120 Jahren gemeinsam in beiden Städten stattfand. 

Zwei Keynote-Vorträge von Prof. Dr. Carl June (University of Pennsylvania, Philadelphia, USA) und Prof. Dr. Douglas Hanahan (Ludwig Institute for Cancer Research, Lausanne, Schweiz) umrahmten drei Tage voll wissenschaftlichen Austauschs. In mehr als 30 Vorträgen wurden aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen in der Krebsforschung und -therapie mit thematischen Schwerpunkten auf Immunonkologie, Wirkstoffentwicklung, Tumorplastizität, dem (Krebs-)Mikrobiom, hämatologischen Erkrankungen und Metastasierung diskutiert. Die Beiträge reichten dabei von grundlegenden biologischen Mechanismen bis hin zu deren Übertragung in neue therapeutische Ansätze für unterschiedliche Tumorentitäten.

Darüber hinaus präsentierten MSNZ Fellows und weitere Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler ihre Forschung in zwei Postersessions dem internationalen Publikum. Ein Karriereevent des Mildred-Scheel-Nachwuchszentrums (MSNZ) Frankfurt-Marburg bot jungen Forschenden zudem die Gelegenheit zum persönlichen Austausch mit den erfahrenen Medical und Clinician Scientists Prof. Dr. Maria Sibilia (Medizinische Universität Wien, Österreich) und Prof. Dr. Ihsan Ekin Demir (TUM Klinikum, München). Neben Fragen zu wichtigen Karriereentscheidungen wurde auch die aktuelle Situation des Nachwuchses thematisiert, da es als Clinician Scientist mit der steigenden Arbeitsbelastung in der Krankenversorgung zunehmend schwieriger wird, den eigenen Weg zwischen Klinik, Forschung und Privatleben zu finden. Prof. Sibilia gab den Teilnehmenden mit auf den Weg, Chancen zu nutzen und der eigenen Berufung zu folgen.

Die Konferenz bot eine Plattform für die Frankfurter Krebsforschung von der Grundlagenforschung bis in die Klinik – getragen vom Georg-Speyer-Haus, der Goethe-Universität Frankfurt und ihren gemeinsamen Forschungsverbünden: dem Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK) Standort Frankfurt/Mainz, dem LOEWE-Zentrum Frankfurt Cancer Institute (FCI) und dem LOEWE-Schwerpunkt CARISMa. Die Fellows des Mildred-Scheel-Nachwuchszentrum (MSNZ) Frankfurt-Marburg waren als Mitglieder des Scientific Organizing Committee, Chairs verschiedener Sessions und mit eigenen Posterbeiträgen vertreten und nutzten die Gelegenheit zum internationalen Austausch.

Eine Programmübersicht sowie Impressionen der Konferenz sind auf der Konferenzwebseite zu finden: http://www.frankfurtcancerconference.org/.

Kontakt

Nachwuchsförderung
Dr. Tinka Haydn

UCT Frankfurt
Universitätsmedizin Frankfurt
Theodor-Stern-Kai 7
60590 Frankfurt
Tel. 069 6301 7251
E-Mail: tinka.haydn@unimedizin-ffm.de